Samstag, 20. Mai 2017

Hat Putin das Ergebnis beim Eurovision Song Contest 2017 manipuliert?

Hat Putin schon vorab gewusst, wie Deutschland scheitert? Hat Putin den Sieg Portugals überhaupt erst möglich gemacht? Hat Putin gar das ESC-Abstimmungsergebnis beeinflusst? Warum ist das für westliche Medien verdammt noch mal kein Thema? 


Der einzige Journalist, der den vorletzten Platz für Deutschland präzise vorhergesagt hatte, war Reza Abadi vom „Putin-Sender“ RT-Deutsch einen Tag vor dem Finale, und das als offensichtlich desinteressierter Eurovisions-Hater. Siehe im Video ab 18'00, genauer 20'18:



Abadi begründet den Rückzug Russlands und die Verweigerung der TV-Ausstrahlung mit Putins Klugheit. Klug, weil Putin damit seine Bevölkerung vor schlechter Musik schütze. Das sehe ich anders, denn so gut war Putins zurückgezogener Beitrag nun auch nicht.

Kannte Putin das Erfolgskonzept für 2017?
Mit Yulia Samoylova nominierte Russland eine am Rollstuhl gebundene Sängerin. Ihr Lied „Flame is Burning“ ist eine altmodische 60er-Jahre-Schnulze. Aufgrund fehlender Englischkenntnisse lallt sie den Text mehr als dass sie ihn singt. Und bereits vor dem Contest suchte sie medizinische Experten im Westen auf, so dass auch sie möglicherweise wegen Arzttermine nicht an den Proben in Kiew hätte teilnehmen können.

Groteskerweise hätte sie damit genau dem Erfolgskonzept des Portugiesen entsprochen. Auch Salvador Sobral wimmert eine abgedroschene Schnulze, auch er ist schwer krank und konnte deswegen nicht an den Proben teilnehmen. Ähnlich wie Putin im Fall Samoylova wird auch dem Portugiesen Sobral eine Instrumentalisierung seiner gesundheitlichen Schwächen vorgeworfen.

Hat Putin Portugal kulanterweise den Vortritt gelassen?
Russland zog seinen Beitrag zurück, ermöglichte es damit Portugal überhaupt erst den Sieg? Vorstellbar wäre es. Vielleicht hat Putin die Attacken rund um die Eurovision langsam satt.

Mit Portugal gewann nun das westlichste Land Europas, weit, weit weg von Ländern, in denen man die Bevölkerung hätte spalten und gegen Russland polarisieren können, in denen Farbrevolutionen und Regime Changes denkbar wären wie Moldawien, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Weissrussland, Armenien, Aserbaidschan, Montenegro, Mazedonien, Serbien, Slowenien…

Putin, Putin, Putin


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Sonntag, 14. Mai 2017

Portugals Siegerbeitrag repräsentativ für ein impotentes, alterndes Europa?

Glanzloser Sieger, spannungsloses Voting und zähe Show, das war der Eurovision Śong Contest 2017. Sieger und Song dürften niemanden wirklich vom Hocker reißen, aber sie tun auch niemandem weh. Entscheidender dürfte sein, dass nach den leidigen Querelen Russland/Ukraine alle aufatmen, weil dies für’s erste überstanden ist. Ich glaube behaupten zu dürfen, dass Portugal als Austragungsort 2018 der langersehnte Traum aller ESC-Fans ist. 

Aufgrund einer Herzkrankheit konnte der neue ESC-Sieger Salvador Sobral aus Portugal nicht an den Promo-Aktivitäten und Proben teilnehmen und schien nur wie zufällig beim ESC in Kiew vorbei zu schauen. Wozu proben? Ohne Proben lieferte er einen tiefenentspannten und dementsprechend körperlich unkontrollierten Auftritt ab ohne technische Spielereien und mit einem Lied, das sich wie ein unverkäuflicher Restposten einer Schellackplatte anhörte. 

Twitter: Omma ist eingenickt und fragt im Halbschlaf wann die DDR auftritt. Mein Gott, was denkt sie wie lange sie geschlafen hat? #esc2017 
Europa dämmerte am Abend des 13.05.2017 wie Omma diesem Sieg entgegen und schien gar nicht zu bemerken, dass der Herzkranke sonderbarerweise die Spannung beim Voting verdammt gut verkraftete. Das Publikum hatte sich sein verstaubtes Lied als “sensationellen Jazz” unterjubeln lassen. Kommentatoren interpretierten seinen nachlässigen Gesang und seine Zuckungen als “Authentizität”. Und prompt verstummte der Saal vor lauter Ehrfurcht und man sah Gesichter, denen “wie im Rausch” die Tränchen über die Wangen rollten… 

Die Diskrepanz zwischen Realität und Worthülsen war selten grotesker
Möglicherweise passen diese Worthülsen genauso wenig zum Interpreten wie der Interpret zum ESC. Sobral nach seinem Sieg: „Wir leben in einer Welt völlig austauschbarer Musik – Fast-Food-Musik ohne jeden Inhalt. Musik ist kein Feuerwerk. Musik ist Gefühl. Lasst uns versuchen, etwas zu ändern und die Musik zurückzubringen”. Das macht ihn sympathisch. Aber voilà! Was hat jemand mit dieser Einstellung beim ESC verloren? 

Salvador Vilar Braamcamp Sobral  
1989 in Lissabon geboren, abgebrochenes Psychologie-Studium, danach Jobs auf Mallorca und in den USA, um sich seinem Hobby Musik widmen zu können. Erst die Teilnahme an einer Casting-Show in 2009 macht ihn als komischen Kauz mit einer Vorliebe für lateinamerikanische Musik bekannter. 

Der Express berichtet: „Sein Urgroßvater war ein Graf. Und dessen Tante hatte den Sprössling einer deutsch-portugiesischen Nebenlinie des Hauses Oldenburg geheiratet – aus der Linie (Achtung!) Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck. Einer seiner Vorfahren wiederum kam aus dem Hause Hohenzollern. Das Geschlecht also, das deutsche Kaiser und Könige hervorbrachte.“ 

Die Niederländer weisen stolz auf seine niederländische Abstammung hin: „Salvador Vilar Braamcamp Sobral, zoals hij voluit heet, stamt af van de Rijssense familie Braamcamp. Gerrit Braamcamp, de beroemde 17e-eeuwse Nederlandse kunstverzamelaar, is bijvoorbeeld familie van hem“.  

Sobrals Deplatziertheit beim ESC wurde ihm vor allem von den Experten und Juroren der Rundfunkanstalten hoch angerechnet 
So hoch, dass man ins Grübeln kam. Jahr für Jahr aus dem Boden gestampfte Play-Back-Kunstprofile mit schwedischen oder anglo-amerikanischen Popsongs und ausgefeilte Bühnentechnik für die TV-Zuschauer – und dann schwärmen sie geschlossen von einem schlichten Auftritt à la Sobral.

Sie inszenieren ein intransparentes, nicht mehr nachvollziehbares Voting, bei dem sie dann alle alle alle das Gleiche wählen. Das war langweilig und wirkte abgesprochen, als wäre Portugal plötzlich der letzte Strohhalm der EBU. 

Oder banaler: Wurden die Juroren einfach nur von Wettbüros bestochen, welche zuvor mit geschickter PR die ganze Aufmerksamkeit auf Italien gelenkt hatten? 

Kritik an Flüchtlingspolitik und Musikindustrie 
Mir ist der portugiesische Adelsspross erst aufgefallen, als er sich in der PK und bei der Eröffnungssequenz im Finale für ein unkontrolliertes Refugee-Welcome aussprach, und sich damit klar positionierte. Auch kritisierte er die Musikindustrie, die aus Kunst ein Wegwerfprodukt mache. Alles natürlich ohne Argumente, sondern nur so aus einer Gefühlslage heraus. 

Erinnert sich jemand an die Band Homens da Luta?  
2011 schickten die Portugiesen die Band Homens da Luta mit dem Song “Der Kampf ist die Freude” zum ESC nach Düsseldorf. Ihnen ging es auch um europäische Belange. Aber leider nicht um die der neoliberalen Machteliten, sondern um die der Bevölkerung. Damit erreicht man nicht mal das Finale. Begründungen waren: Landessprache, Lied zu schlicht und zu altmodisch, Klamotten unmöglich, zu wenig ausgefeilte Bühnentechnik.


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Samstag, 13. Mai 2017

Levina nutzte die Zeit vor dem ESC in Kiew - vergeblich oder mit Erfolg?

Da Deutschland beim ESC bekanntlich ein Abo auf den letzten Platz hat, ist die Karriere der Damen, die sich als Prellböcke zur Verfügung stellen, bereits beendet, bevor sie eigentlich begann, nämlich mit dem ESC-Finale. Meist kommen sie aus dem Nichts, liefern vor dem ESC ein paar flaue Schlagzeilen und verschwinden dann wieder von der Bildfläche. 

Über einen letzten Platz in Folge würde sich 2017 kaum noch jemand wundern 
Wenn ich die Aktivitäten, Facebook-Eintragungen und Marketing-Texte der deutschen Delegation der letzten 2 Wochen in Kiew an mir vorbei rauschen lasse, wundere ich mich über deren unermüdlichen Fleiß, denn dieser steht in keinem Verhältnis zu den seit Monaten bekannten Umfrageergebnissen, den Wettquoten und den Einschätzungen aller Fans und Konsumenten. Die sehen Levina abgeschlagen am Ende des Rankings. Seit Kiew wird zusätzlich zum belanglosen Lied auch das Amisch-Outfit von Levina, ihre Oma-Haarfrisur und ihr graues Bühnenbild kritisiert. Statt das belanglose Lied aufzuwerten, hat man quasi noch eins drauf gesetzt. 

Und dabei ist Levina die erste deutsche Vertreterin, die sich den üblichen Eurovisions-Promo-Aktivitäten mal nicht entzogen, sondern sogar eine Tour durch Europa gemacht hat. So trat sie bei den Promo-Pre-Event-Shows in London, Israel und Amsterdam auf – und machte ihre Sache sehr gut. Aber auch dabei gab es zwei Haken: 

1. Celebrate Conformity auch in der Vermarktung 
Bislang hatte ich diese Pre-Event-Shows gerne mitverfolgt. Es war wie das Stöbern in der Regenbogenpresse beim Frisör. Bedauerlicherweise hat sich auch hier ein Schematismus eingestellt, der nur noch Langeweile erzeugt. Immer die gleichen Abläufe, die gleichen Interviewer, immer die gleichen Fragen, die gleichen stereotypischen Antworten, das gleiche Gehabe. Alle werden nach dem gleichen stromlinienförmigen Profil vermarktet – und müssen zudem auch noch jedes Jahr Friedensbäumchen pflanzen in Israel. 

2. Celebrate Conformity mit dem Militär 
Interessanter wird es, wenn ich mir die Länder anschaue, die die deutsche Levina vor dem ESC besucht hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der NDR sich das allein ausgedacht hat. Zu den Ländern zählen Georgien, Armenien, Mazedonien, Albanien, Ungarn. Da kann ich nur noch polemisch fragen: War sie etwa als Botschafterin der NATO unterwegs? 

Wie an den youtube-Clips zu sehen ist, hat Levina auch in diesen Ländern einen guten Eindruck hinterlassen. Zudem hat die Ukraine bewiesen, dass die Zusammenarbeit mit der NATO beim ESC erfolgsversprechend ist. Vielleicht darf die deutsche Delegation in Kiew mit Levina nun doch noch auf ein paar Punkte und eine bessere Platzierung hoffen…?


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Donnerstag, 4. Mai 2017

Kreativste Arbeit beim ESC leisten dieses Jahr Fans mit fantastischen Interpretationen - Beispiel Aserbaischan

In einem ESC-Jahrgang der gleichförmigen Formatradiomusik glänzen einige Fans mit hervorragenden Liedinterpretationen. Ich finde sie vor allem beim Beitrag von Dihaj aus Aserbaidschan gelungen.

Aserbaidschans Song „Skeletons“ 
ist musikalisch unverdächtiger moderner Elektro-Pop der Sängerin Diana Hajiyeva, die sich gemeinsam mit ihren Kollegen Anar und Ali auch als „Dihaj“ bezeichnet. Diana erhielt ihre musikalische Ausbildung an der „Baku Academy of Music“, die sie in London abschloss: „She began producing experimental music while attending The Institute of Contemporary Music Performance in London“. Für ESC-Fans ist sie keine Unbekannte, da sie bereits 2016 als Background-Sängerin sowie 2011 an der aserbaidschanischen Vorentscheidung teilgenommen hat. Viel mehr weiss man nicht über sie, sie macht – passend zu ihrem Lied - insgesamt einen sehr aparten, extravaganten Eindruck

Persönlich habe ich einen Faible für aserbaidschanische Beiträge entwickelt, denn mit wenigen Ausnahmen haben sie immer eine ganz eigene, persönliche Note, die vor allem durch die Texte zum Ausdruck gebracht wird. Sie verlassen sich auch meistens auf die gleichen Komponisten und Autoren, wie z. B. Sandra Bjurman und Isa Melikov. Ich erinnere nur an den bedeutungsschweren Text „When The Music Dies“ aus 2012, nachdem das Land anlässlich des ESC-Sieges 2011 ins Visier der Regime-Changer und Farbrevolutionäre geraten war. 

Natürlich habe ich auch nach dem tieferen Sinn des Liedes „Skeletons“ gesucht. Kaum ein Fan kann mit dem Text etwas anfangen. Um so erfreuter war ich über 2 fantastische Interpretationen junger ESC-Hardcore-Fans, die ich hier wortwörtlich wiedergebe.*

Besingt Dihaj mit „Skeletons“ eine Hassliebe? 
„Im Englischen gibt es den Ausdruck "Skeletons in the closet", das soviel wie "Leiche im Keller haben" bedeutet, wenn jemand düstere oder peinliche Geheimnisse hat. Wenn man nun den Rest des Liedes im Zusammenhang sieht, erkennt man, dass das lyrische Ich sich in einer nicht rationalen, sehr leidenschaftlichen Liebe befindet. Sie schwebt in leidenschaftlichen Erinnerungen in Tagträumen, in Fantasie, etc. Im Refrain singt sie dann, dass ihr Liebhaber "have my skeletons" haben kann = Er darf ihre Geheimnisse kennen, er darf daran teilhaben. Das lyrische Ich geht weiter "have my lungs" = Der Liebhaber kann ihre Lunge (= Atem) haben. Sie gibt ihm etwas Elementares zum Leben, so sehr liebt sie ihn = nicht-rationale Liebe. Dann singt sie "have my millions" = Also quasi auch das ganze Geld würde sie ihrem Liebhaber geben. Aber es ist eine gefährliche, irrationale Liebe und sie möchte entfliehen, kann es aber nicht. Durch diese im Refrain gewählten Metaphern drückt sie nur aus, wie ungesund diese Beziehung für sie ist, denn sie verzichtet auf ihre Freiheit, Identität, lebensnotwendige Luft, Ersparnisse und verfällt einem bösen Buben. Das ist zumindest meine Perspektive und ich wollte sie mal mit Euch teilen, da ich schon des Öfteren gelesen habe, dass "Skeletons" keinen Sinn ergibt. Für mich ist es textlich definitiv eines der besseren Lieder des Jahres.“ 

Mein Fazit: Aserbaidschan verlässt die mit Wir-Appellen und Geselligkeits-Worthülsen demonstrativ zur Schau gestellte Naivität angepasster Stars und Aktivisten. Stattdessen problematisieren sie den eigenen Standpunkt und nehmen die Perspektive der „falschen Freunde“ ins Visier. 

Performance mit Mafia-Symbolik?
Wenn schon der Text auf breites Unverständnis stieß, scheint die Performance mit Mafia-Symbolik die Verwirrung komplett zu machen. Nicht ganz unzutreffend urteilte ein Fan: „Das ist doch wie das Abendprogramm auf arte!“


Auf facebook fand ich eine anregende bis stimmige Interpretation zur Performance, die auch mit der Textinterpretation übereinstimmt. 

„The room represents complex self-destructive relationships, inner barriers and hidden truths — the skeletons. A man wearing a mask serves as a “bad boy” with a symbolic ladder showing the emotional distance between the two lovers. Our heroine, being a strong woman, eventually overcomes her self-destructive feelings. The walls come down, as well as the bad boy’s mask. He’s prepared to reconnect with her, but it’s far too late. She’s made him take off the mask he was wearing in their relationship, but she is leaving him alone in the room that she has bravely escaped.“

* Da die Kommunikation unter Fans überwiegend anonym stattfindet, werde ich die Nicknames hier nicht wiedergeben, es sei denn, die beiden Personen bestehen darauf.


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Sonntag, 23. April 2017

Eurovision Song Contest 2017 in Kiew: Celebrate Conformity Teil 2

Von den diesjährigen 42 Beiträgen werden nur 3 Lieder in Landessprache gesungen. Die meisten Songs folgen einem anglo-amerikanischen Ideal, wie man es seit den 80ern rauf und runter in Millionen Formatradios hören kann. Bedauerlicherweise werden auch die InterpretInnen nach Einheitsschema vermarktet. Es gibt nicht mal mehr Wettkämpfer, die sich mit Sprüchen, Werbeaktionen o. ä. hervortun. 

Ob es mit Einfallslosigkeit, Einschüchterung oder einem überholten Verständnis von Modernität zu tun hat oder ob die USA selbst im Musikbusiness anderen Ländern mit Krampf und Gewalt ihre veralteten Vorstellungen aufzudrücken versucht, sei dahin gestellt. Fakt ist, dass es langweilig ist

Um eine einigermaßen unterhaltsame Show auf die Beine zu stellen, käme man dieses Jahr mit 13 Liedern aus. 

Armenien: Die gute Nachricht ist, dass Armenien mal nicht den Genozid besingt, sondern mit Sängerin Artsvik und dem Song“Fly With Me“ nettes Folktronica präsentiert. Die schlechte Nachricht: Dem Land wurde beim Timing eine Extrawurst gebraten, damit sie den perfekten Song abliefern. Vielleicht wirkt der Clip deswegen etwas nach verkrampften Marionettentheater. Aber könnte trotzdem passen, denn es steht zu befürchten, dass die Militärs nach der Ukraine das nächste finanzschwache Anrainerland Russlands mit Eurovisionstralala in die Knie zwingen und als Aggressionskorridor gegen Russland aufstacheln. Und gegen Aserbaidschan gleich mit… (von mir 6 Punkte)

Aserbaidschan: Sängerin Dihaj dürfte dieses Jahr die Extravaganteste sein. Sie präsentiert mit ihrem Song „Skeletons“ Electronica, aber mit „secret message“ und neuer Erzählhaltung. Vonwegen ich bin ein Gutmensch und will ja nur den Frieden… (10 Punkte)

Weissrussland: Es ist das erste Mal, dass wir beim ESC die weissrussische Sprache zu hören bekommen, verpackt in Folk-Pop. Ein unbeschwerter fröhlicher Beitrag von Naviband, der zum Schluss mit vielen Hey-Hey-Rufen leider etwas ereignisarm wird, was aber hoffentlich durch die Sängerin, die eine Rampensau zu sein scheint, aufgefangen wird. (1 Punkt)

Belgien: Auch Belgien kommt mit Elektronic-Pop von der blutjungen Sängerin Blanche, die ihr „City Lights“ streckenweise mit für Teenies ungewöhnlich tiefer Altstimme singt. Für mich eigentlich ein angenehmer Kontrast zum plärrenden Pädophilen-Pop, leider ging ihr Gesang bei Live-Auftritten bisher kläglich unter. Ich bin allerdings überzeugt, dass die Techniker in Kiew diesen Beitrag trotzdem als erwachsen und cool vor uns erstehen lassen. (5 Punkte)

Kroatien: Ungewollt komisch. Konzentriert man sich nur aufs Akustische, glaubt man ein Lied von Otto Waalkes oder Loriot zu hören. Der unbestritten gute Sänger Jacque wechselt in jeder Zeile zwischen Tenorstimme in italienischer Sprache und natürlicher Stimme in englischer Sprache und wirkt damit wie ein Bauchredner. Fehlt beim Auftritt nur die noch Handpuppe. 

Finnland: Unaufdringliche Entspannungsmusik des New Age mit Titel „Blackbird“ von Norma John, die man in Dauerschleife hören kann, vor allem zu Weihnachten. (2 Punkte)

Ungarn: Auch Ungarn singt endlich mal in ungarischer Sprache und stellt ungarische Musik vor. Das Lied ist ein Crossover zwischen ungarischer Zigeunermusik und Hiphop. So stelle ich mir einen Eurovisionsbeitrag vor. (3 Punkte)

Moldawien: Sympathischer Elektro-Balkan-Freak-Folk, wie man es seit ihrem Debüt mit der Band Zdob si Zdub von den Moldawiern erwartet. (8 Punkte)

Niederlande: Eine altbackene Ballade, die den Hörer aber mit perfekter Dreistimmigkeit in den Bann ziehen wird. Sollten die Geschwister ihre Ballade live auch so perfekt performen wie im Studio, ist das was Besonderes. (4 Punkte)

Portugal: Der Performer Salvadore Sobral weicht mit seiner kindlichen Selbstvergessenheit, einem verträumten Jazz-Walzer „Amar Pelos Dois“ und ergreifendem Text angenehm von der hohlen Formatradiomusik ab. Die gelangweilte Melodie, die portugiesische Sprache und die leisen Töne des Sängers erinnern mich sogar etwas an Bossa Nova. (7 Punkte)

Rumänien: Hiphop mit Jodeldiplom. Ein Schenkelklopfer, der nicht nur mutig aus dem Rahmen fällt, sondern auch lustig klingt. Dem ESC würden ein paar mehr solcher schräger Beiträge gut tun. 

Ukraine: Rockmusik, für sich gesehen nichts Besonderes, aber beim ESC mit 30 gleichförmigen Formatradioliedern erfrischend ehrlich. Die abgerissenen Musiker präsentieren sich auf einem Trümmerfeld und erbitten sich etwas Zeit zur Erholung und Selbstfindung. Den Wunsch kann ich verstehen. Ich hoffe nur, dass sie die Performance einigermaßen gastfreundlich gestalten, ohne Schüsse und ohne Blutopfer, wie bei der Vorentscheidung. 

Italien: Das einzige Big-5-Land in meiner Auswahl! Beim italienischen Beitrag wurde zwar das Rad nicht neu erfunden, aber es wirkt nach all dem politischen Missbrauch, dem Betroffenheitsgesülze und der englischen Kaugummi-Sprache wie ein erholsamer Italien-Urlaub. Mit einer leckeren Tasse Café oder einem Glas Wein, einer Portion Humor und Selbstironie endlich Abstand vom europäischen Alltag gewinnen und sich den schönen Dingen des Lebens widmen: 

Der leichten Muse und Philosophie und einem hinreißend charmanten Gigolo mit Namen Francesco Gabbani. 12 Punkte!
 
 

Freitag, 14. April 2017

Russland steigt aus dem ESC aus, jetzt wird sich zeigen, ob es beim ESC friedlicher wird

Seit letztem Jahr ist Fakt: Militärs instrumentalisieren den „Eurovision Song Contest“ und provozieren eine Konfrontation zwischen Russland und Ukraine. Und wenn Militärs ein Großevent mit Konfrontation planen, ist mit einer Reihe Vorfällen zu rechnen.  

Der erste Vorfall ist, dass Russland aussteigt 
Werden weitere Länder folgen? Ein (leider etwas ungenauer) Text auf aserbaidschanischen Newsseiten vom 01.04.2017 ließ diese Schlussfolgerung zu. Auch bestätigt er noch mal, dass sich die Ukraine bei ihrer Planung der "guten Unterhaltung" ausschließlich auf Anweisungen der NATO verlässt: „Participation of Russian singer Julia Samoilova in "Eurovision" in Kyiv is impossible even with the threat of a boycott of the contest. This was stated by Ukrainian Foreign Minister Pavel Klimkin at a press conference after the meeting of the NATO-Ukraine Commission." 

Der zweite Vorfall: Klitschko muss confirmity celebraten 
War es auch die Idee der NATO Klitschko nach Baku zu schicken, um an den Contest zu erinnern? Möchte man gar die Aserbaidschaner und weitere Länder gegen Russland aufstellen? Wie tückisch und unfriedlich ist das denn?! 


Bei diesem Verständnis von "guter Unterhaltung" besteht die Planung wahrscheinlich in einer Diversity von außergewöhnlichen Vorfällen
Dass laut Aussage von Politikern das Publikum sich schließlich an den Terror gewöhnen müsse, unterstreicht diese Annahme. Man darf sich als Normalsterblicher also freuen, wenn die Vorfälle nicht das Ausmaß einer MH17-Katastrophe annehmen. 

Eurovisions-Militainment bis zum Skelett verfault 
Aufgrund jahrelanger Beobachtungen (vor allem seit Baku 2011/2012) nehme ich die Vertreter der EBU und den Rundfunkanstalten sowie sämtliche Journalisten in Ost und West wie das Dienstpersonal der Militärs wahr. Ihre Verhandlungen, Vorschläge, Drohungen und Informationen sind immer nur Augenwischerei und Augenwischerei.

Die wirkliche Katastrophe ist, dass Fans und Bevölkerung auf übelste Weise hereingelegt werden. In Baku habe ich bestaunen dürfen, was für Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen, um mich beim zuckersüßen ESC zu schützen. Vor wem auch immer. Aserbaidschan besang damals den Tod der Musik beim ESC. 2017 scheint für die Aserbaidschanerin Dihaj das Eurovisions-Militainment bis zum "Skelett" verfault zu sein:
 
Have my skeletons
I can only trick you once, bad boy
Have my lungs, my millions
Talk is cheap don’t speak in tongues, bad boy
Drum drum drum, bring out the guns
Drum drum drum, bring out the guns, bad boy
I’m so cursed
Fuss and fight won’t get you tons
Bad boy 
The world is spinning faster by the minute and I’m longing to be saved 
This bitter sweet sensation got another hold of me...


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Donnerstag, 13. April 2017

Russland sollte Kandidatin austauschen mit Dimash Kudaibergen

Anfang der Woche wurde ich über Twitter von Chinesen(!) gefragt, ob ihr Idol, der Kasache Dimash Kudaibergen, am ESC teilnehmen würde. 

Bislang nicht, aber es wäre keine schlechte Idee, wenn die Russen ihre Kandidaten austauschen und mit diesem Zirkus-reifen Gesangsartisten der Provokation ausweichen würden. Immerhin würde ihnen ganz Asien die Daumen drücken. Danach könnte man dann endlich mal eine Aufklärungsaktion über die dunkle Seite des Eurovision Song Contest starten.


Der 23-jährige Dimash hat schon an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen und sie stets gewonnen. Durch seinen Auftritt in der Chinesischen Show "I am a singer" wurde er über soziale Netzwerke weltweit bekannt. Die Chinesen sind offensichtlich hingerissen von ihm.

Auch für die EBU wäre es von Vorteil, wenn wegen Dimash Kudaibergen China und das restliche Asien den Eurovision Song Contest mit Spannung verfolgt.


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Sonntag, 9. April 2017

Der beste Gesang kommt 2017 aus den Niederlanden - vom Trio O'G3NE

Seitdem die Niederländer auf Vorentscheidungen und Casting-Shows verzichten, schneiden sie relativ gut ab beim Eurovision Song Contest. 

2014 hätten sie mit dem Duo Common Linnets sogar fast gewonnen. Ob es diesmal auch wieder so gut läuft? Bereits im Oktober 2016 nominierte der niederländische Rundfunk wieder ein bereits bekanntes und bewährtes Trio mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen O‘G3NE. 

O‘G3NE
sind die Schwestern Lisa mit den Zwillingen Amy und Shelly Vol. Obwohl sie erst 23/24 Jahre alt sind, können sie sich beim ESC zu den alten Hasen zählen. Bereits 2007 vertraten sie die Niederlande mit dem selbst geschriebenen Song „Adem in, Adem uit“ beim Junior Eurovision Song Contest (JESC). 2014 gewannen sie als Trio sogar „Voice of Holland“. Für den ESC in Kiew haben sie sich fest vorgenommen, die Niederländer stolz zu machen. 

Vollendete Harmonie 
Ihre Stimmen haben sehr ähnliche Klangfarben, und die Mehrstimmigkeit singen sie auf den Punkt genau. Ihr Eurovisionsbeitrag „Lights and Shadows“ wurde ihnen vom Vater Rick Vol und Shelley‘s Freund Rory de Kievit auf den Leib geschrieben. Man kann es als eine Familienballade bezeichnen, denn das Lied ist der Mutter gewidmet, die jahrelang mit einer schweren Krankheit zu kämpfen hatte. 

Alles auf eine Karte 
Ich finde die familiären Bande dieses Gesamtbeitrags schon grenzwertig: Das Trio besteht aus Schwestern, der Name O‘G3NE bezieht sich auf die Blutgruppe der Mutter, ihr ESC-Beitrag wurde vom Vater geschrieben und gedenkt der leidenden Mutter. Wenn man so viel Familiäres und Persönliches einbringt und damit keine gute Bewertung bekommt, ist ja gleich die gesamte Familie betroffen. 

Und irgendwie hört man dem Song dieses Selbstreferenzielle an. Er klingt schön durch den perfekten Gesang, wirkt rhythmisch aber stockend nach dem Motto „2 Schritte vor und 1 zurück“. 

Egal, ich werde ihnen die Daumen drücken, weil wirklich guter Gesang beim ESC nicht selbstverständlich ist. Hier einer ihrer Live-Auftritte:





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Freitag, 7. April 2017

NATO Song Contest in Ukraine - Celebrate Conformity!

Man muss sich das vorstellen: Es sind die Abstimmungsergebnisse eines Tralala-Wettbewerbs, mit denen Länder-Images poliert oder beschädigt werden und die lt. dessen Regelwerk festlegen, wo und zu welchen Bedingungen im nächsten Jahr die Show austragen wird. 

Und niemandem fällt auf, dass diese Ergebnisse für die Öffentlichkeit nicht mal überprüfbar sind? So kann dieser Bluff natürlich jedes Jahr als Anlass für politisch-militärische Konflikte in Europa herangezogen werden, der dann von NATO und politisch nicht-legitimiertem Personal der westlichen Unterhaltungsbranche vor einem überforderten, unpolitischen Schlagerpublikum „verhandelt“ wird. Geht's eigentlich noch? 

Vom Journalismus im Stich gelassen 
Soll Showbusiness bleiben was es ist, nämlich eine Märchenwelt mit Scripted-Reality. Wenn aber der politisch-militärische Missbrauch dermaßen offensichtlich wird, wäre die Forderung nach Transparenz, Umstrukturierung und Neubesetzung der Stellen naheliegend.

Bislang haben 2013 nur der russische und aserbaidschanische Außenminister mal eine Überprüfung der Ergebnisse gefordert. Warum tun das nicht alle Journalisten? Stattdessen vermischen sie wie Kettenhunde der Militärs Promotion und Propaganda zu einem brandgefährlichen Mainstream-Matsch und stellen sich gegen die Bevölkerung auf.

Dass Wettbewerb, Siege und Niederlagen nur simuliert werden, darf nicht mal mehr laut angedacht werden, sofort wird man angegriffen. Der „Glaube“ an Spaß-Shows wird verteidigt, als wären ausgerechnet dort Wissenschaft und Theologie zu einer Art unanfechtbaren Eschatologie verschmolzen: 

„ [...] komm mir bitte nicht wieder mit diesen Verschwörungstheorien.....“ (Form ECGermany) 

„Na, gibt's Kohle vom Kreml oder verbreitest du deine hirnlose Hetze freiwillig? Und wer von "Westpolitik" (also Demokratie, Menschenrechten und Meinungsfreiheit) nichts hält, der kann doch sein Fakeprofil nehmen und zum Führer nach Moskau ziehen. Ganz einfach. Doswidanya!“ (Facebook-Seite vom NDR) 

Das sagt eigentlich alles aus über die spießbürgerlich verblödete "Anständigkeit" der Westlichen Wertegesellschaft mit ihren Celebrate-Diversity-Forderungen nach Menschenrechte, Schwulenbefreiung, Demokratie, Entblößung und Freibier.



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Donnerstag, 23. März 2017

Eurovision Song Contest 2017 in Kiew: Celebrate Conformity

Um diversity zu celebraten käme man dieses Jahr mit 13 Liedern aus. Stattdessen wirbt Kiew aber mit 43 – pardon 42 Teilnehmer. 29 Lieder unterwerfen sich einem anglo-amerikanischen Vorbild und präsentieren sich in englischer Sprache. 

Sie sind nicht alle richtig schlecht, so dass man darüber lachen könnte. Nein, es ist die Masse an Mittelmäßigkeit, mit der sie ohne jeglichen Zuordnungs- und Wiedererkennungswert in trüber Gleichförmigkeit untergehen. 
Geduckt, mutlos, einfallslos
Und das alles aus einer Hand: Von Universal Music mit Booklet, damit Fans ihren erlesenen Geschmack rechtfertigen können. Irgendwelche Nonames werden nach dem gleichen Muster vermarktet, alle Superstars spulen bei Interviews die gleichen 3 unterwürfigen Sätze ab.

Ungewollt witzig ist die Finanzierung der EBU
Alle zahlen nämlich eine hohe Teilnahmegebühr, verschulden sich sogar derart, dass sie noch eine Strafe zusätzlich bekommen. Alles nur um an einem Wettbewerb teilzunehmen, bei dem sie sich mit unterdurchschnittlichen Liedern unscheinbar machen möchten, weil sie möglichst nicht gewinnen wollen. Denn Sieg bedeutet Austragung im Folgejahr, und das kann und will sich aufgrund hoher Kosten erst recht kein Land antun. Warum sie überhaupt mitmachen, und dann auch noch mit Fremdschrott, weiss der Geier.

Es handelt sich um Beiträge aus folgenden Ländern: 

Albanien - Lindita "World"
Australien - Isaiah "Don't Come Easy"
Österreich - Nathan Trent "Running On Air"
Bulgarien  - Kristian Kostov "Beautiful Mess"
Zypern  - Hovig "Gravitiy"
Tschechien  - Martina Barta "My Turn"
Dänemark - Anja "Where I Am"
Estland - Koit Tome And Laura "Verona"
Frankreich - Alma "Requiem"
Georgien - Tako Gachechiladze "Keep The Faith"
Großbritannien - Lucie Jones "Never Give Up On You"
Deutschland - Levina "Perfect Live"
Griechenland - Demy "This Is Love"
Island - Svala "Paper"
Irland - Brandan Murray "Dying To Try"
Israel - Imri "I Feel Alive"
Lettland  - Triana Park "Line"
Litauen - Fusedmarc "Rain Of Revolution"
Mazedonien - Jana Burceska "Dance Alone"
Malta - Claudia Faniello "Breathlessly"
Montenegro - Slavko Kalezic "Space"
Norwegen - JOWST "Grab The Moment"
Polen  - Kasia Mos -"Flashlight"
San Marino - Valentina Monetta & Jimmie Wilson "Spirit Of The Night"
Serbien - Tijana Bogicevic "In Too Deep"
Slowenien - Omar Naber "On My Way"
Spanien  - Manel Navarro "Do It For Your Lover"
Schweden  -  Robin Bengtsson "I Can't Go On"
Schweiz - Timebelle "Apollo"

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Freitag, 17. Februar 2017

Statistiken und ESC-Fahrpläne für Züge, die niemals abfahren werden

Deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2017: Schwache Show, schwache Kandidaten, 2 Durchschnittslieder und kaum jemanden hat es interessiert. Hand auf‘s Herz: In Anbetracht des politisch-militärischen ESC-Schwindels ist diese Bescheidenheit nicht unangebracht. Wer soll das alles noch glauben? Da bastele man lieber an der eigenen Unscheinbarkeit, bevor jemand genauer nachfragt. 

Der letztjährige Siegertitel war dermaßen konsequent am Musikmarkt vorbei produziert, dass sich bereits 1 Tag später niemand mehr an ihn erinnerte. Und dafür soll das europäische Party-Publikum massenhaft angerufen haben? Weil sie angeblich Russland in die Fresse treten wollten? Weil sie angeblich von Schlagzeilen über Ukraine, Krimkrieg, Donbass und Maidan nicht genug bekommen können? LACHHAFT, aber genau diese Kriegshetze ist der Rahmen für die Promotion der Popmusik. 

Gute Miene zum bösen Spiel 
Mit einer Abstimmungsorgie kuschte man vor der Telekommunikationsindustrie. Was dabei herauskommt, ist Klappsmühle: 

  • Erst sangen 5 Kandidaten 5 Coversongs, dann wurde abgestimmt. 
  • Daraufhin sangen nur noch 3 Kandidaten die 1. ESC-Auftragskomposition, dann wurde abgestimmt. 
  • Nun sangen die verbliebenen 2 Kandidaten die 2. ESC-Auftragskomposition, dann wurde abgestimmt. 
  • Als Ergebnis blieb 1 Interpretin für 2 Auftragskompositionen, dafür wurde abgestimmt. 

Zwischendurch wurden Abfrageergebnisse und Statistiken aus dem europäischen Ausland vorgeführt und so getan, als sei dies die Meinung unabhängiger Fans. Da es sich allerdings um gebundene und gelenkte Konsumentengruppen handelt, haben diese Statistiken 0 Aussagewert. 

Brav kuschelte man mit transatlantischen Interessengruppen, indem man aus 2000 meist aus Deutschland eingereichte Stücke ausgerechnet 2 US-Kompositionen (Tantiemen!) auswählte. Das Siegerlied klingt dennoch nach volkstümlichem Schlager à la Helene Fischer, aber nur weil es in englischer Sprache gesungen wird, soll es repräsentativ für die aktuelle internationale Popmusikszene sein… Dass kurz darauf auch noch Plagiatsvorwürfe laut wurden, krönt das geduckte Theater. 

Celebrate Diversity! Mit 45 unbeschriebenen Rampen-Säuen und ihren US-Durchschnittsliedern in englischer Sprache 
Alle europäischen Teilnahmeländer „finden“ vorschriftsmäßig zufällig ein US-Radio-Mainstream-Lied. Angesichts Open-Society-Privilegien und europäischer Wahnsinnstoleranz die totale Selbstverleugnung, nichts Europäisches, bislang nicht mal ein „Refugee-Welcome-Star“ am Start. 

Die Notwendigkeit eines solchen Klappsmühlentheaters weist darauf hin, dass die amerikanische Vormachtstellung in der Popmusik nicht mehr selbstverständlich ist. Ob mit militärischer Unterstützung was zu retten ist, bleibt unklar; der ukrainische Siegertitel „1944“ von Jamala hatte zumindest keine Ohrwurmqualitäten.

Im Folgenden die wie eine unausgesprochene Drohung im „Spiegel“ aufgezählten willigen Vollstrecker, die die deutsche Eurovsionsdampflok Levina mit ihrem Perfekten Leben zur Traumkarriere in die USA – pardon – in die Ukraine schicken: 

  • NDR: Thomas Schreiber, Leiter des NDR Programmbereichs Fiktion & Unterhaltung und ARD Unterhaltungskoordinator 
  • NDR: Carola Conze, ESC Head of Delegation Germany 
  • rbb: Aditya Sharma, Leiter der Musikredaktion beim Radio-Jugendprogramm „Fritz“ 
  • Raab TV: Produzent Jörg Grabosch (gleichzeitig Geschäftsführer Brainpool) 
  • Raab TV: Claudia Gliedt, Leiterin der Musikredaktion 
  • Musikalische Experten: Wolfgang Dalheimer, musikalischer Leiter der Show und Chef der Show-Liveband 
  • Willi Ehmann (Senior Vice President Domestic Sony Music GSA) 
  • Henrik Gümoes (Director A&R AOR-Labelgroup) 
  • Manfred Rolef (Vice President AOR-Labelgroup) 

  • An der Auswahl der Songs waren zudem die Produzenten der beiden Songs beteiligt: für “Wildfire”: Swen Meyer (u.a. Tim Bendzko, Lena, Tomte, Kettcar, Dick Brave) 
  • für “Perfect Life”: Roland Spremberg (u.a. a-ha, Helene Fischer (!), Unheilig, Roger Cicero, The Baseballs)
  • Das Team hinter Siegerlied "Perfect Life", drei Songwriter aus den USA, und zwar Lindy Robbins (wirkte an großen Hits von den Backstreet Boys ("Incomplete"), David Guetta ("Dangerous") und Jason Derulo ("Want to Want Me") mit; ihr Kollege Dave Bassett war einer der Autoren von Elle Kings Hit "Ex's & Oh's"; die Dritte im Bunde, Lindsey Ray, schrieb Songs, die von Demi Lovato und Mariah Carey interpretiert wurden.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Bei den Vorbereitungen zum ESC in Kiew läuft alles nach Plan

Die Vorbereitungen für den Eurovision Song Contest in Kiew sind im vollen Gange. Man darf davon ausgehen, dass wie immer und überall die Mitarbeiter vor Ort redliche Arbeit leisten und das Beste aus der Show machen wollen. 

Dennoch werden die Vorbereitungen von Pleiten, Pech und Pannen begleitet. Mittlerweile gleicht die Ukraine einem kleinen Kind, das man mit einem bewusst ausgefeilten bunten Spielzeug, mit dem es gar nicht umgehen kann, an der Nase herumführt. 

Ich bleibe bei meiner Wahrnehmung: Wer einem finanziell schwachen und politisch instabilen Land wie der Ukraine ein überteuertes, glamouröses Riesenevent zuspielt, hat Probleme einkalkuliert. 

Bis September 2016 veranstaltete man in der Ukraine sonderbarerweise ein überflüssiges Gerangel um die Austragungsstadt, was den strammen Zeitplan schon durcheinander brachte.

Am 01.11.2106 trat der Chef der Rundfunkanstalt, Surab Alassanija, zurück, weil ihm die Kosten für den ESC zu hoch erschienen.

Spott ernteten die Ukrainer auch mit Schlüsselübergabe, Slogan und Logo. Der Akt der Schlüsselübergabe am 31.01.2017 wurde von Niggemeier folgendermaßen kommentiert: „In ein paar Jahren werden überhaupt nur noch Boxweltmeister und Gewichtheber die Schlüsselübergabe beim ESC absolvieren können.“ 








Aber auch das am 30.01.2017 präsentierte Art-Design provozierte dumme Bemerkungen. Der Slogan „Celebrate Diversity“ und das Logo einer Halskette sollen die ukrainische Kultur repräsentieren, wie auch der Slogan stehe jede Kugel der Kette für Vielfalt und Individualität. Nun ja, originell sind diese Worthülsen wahrlich nicht mehr. Fans spotteten beim Logo über die Vielfalt des ukrainischen Wurstangebotes, andere erkannten im Logo einen Darm oder die Haarfrisur von Julija Tymoschenko. Zutreffend wie böse auch der Vergleich des Logos mit Analkugeln.

Zwischendurch treten immer wieder Tierschützer auf den Plan, die die Tötung von Straßenhunden in Kiew anläßlich des ESC als ein „Massaker“ verurteilen.

Am 12.02.17 trat dann das gesamte Produktionsteam des ESC zurück, weil unabhängiges und unbürokratisches Arbeiten nicht mehr möglich sei. 

Unübersichtlich, intransparent, instabil… Es fehlen jetzt nur noch solche „Unfälle“, die man Russland bzw. Putin in die Schuhe schieben kann. Vielleicht werden uns ja dann die „freiwilligen Helfer“ aus aller Herren Länder blitzschnell die „einzig wahre Narrative" dazu bereitstellen.

Stay tuned.


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Donnerstag, 2. Februar 2017

Freiwillige Helfer für den NATO Song Contest in Kiew gesucht

Für den reibungslosen Ablauf des Eurovision Song Contest sind freiwillige Helfer mittlerweile unentbehrlich geworden. Sie unterstützen die internationalen Delegationen, kümmern sich um den reibungslosen Transport der Mitarbeiter und Gäste und helfen Fans und Journalisten, die aus verschiedenen Ländern angereist sind. 

Gesucht werden insbesondere junge motivierte Menschen mit Ortskenntnissen und möglichst guten Englisch-Kenntnissen. Erinnert sich jemand an die Ausschreibungen anlässlich des ESC in Düsseldorf 2011?

Düsseldorf sucht Freiwillige   
Presseportal NDR – Suchen Freiwillige  

Entlohnt werden sie nicht, aber für die Zeit ihrer Tätigkeit sind sie versichert und haben das Vergnügen, mit Journalisten, Stars und zahlreichen Fans aus allen Teilnehmerländern zusammen zu treffen und zu feiern. 

In der Ukraine wurde die Ausschreibung für den Freiwilligen-Dienst pervertiert 
"Citizens from 17 countries apply to volunteer at Eurovision 2017" heisst es bei ihnen. Anstatt vor Ort zu suchen, haben sie also eine weltweite Auschreibung gemacht und prahlen nun mit Bewerbungen aus 17 Ländern: „We have received applications not only from neighbouring European countries but also from Australia, the United States, the United Arab Emirates and the Republic of Korea.“ Was die Sprachkenntnisse betrifft: "The list includes people who speak Swahili, Hindi, Indonesian and Arabic to name just a few."

  • Wofür eine weltweite Ausschreibung? 
  • Wieso beschränkt man sich nicht auf junge Ukrainer, die zumindest Land, Leute und Kiew kennen und also über Ortskenntnisse verfügen? 
  • Wieso Menschen aus aller Herren Länder, die erst noch (hoffentlich) überprüft und in Ortskenntnisse geschult werden müssen? 
  • Wozu brauchen ausländische Touristen in Kiew Beratung in Hindi, Swahili oder Arabisch? 
  • Werden diese freiwilligen Berater aus fernen Ländern in der Ukraine finanziert und versichert? 
  • Hat die Ukraine plötzlich zu viel Geld? 

Fragen über Fragen… 



Seitdem nachgewiesen ist, dass sich vor allem die NATO für den Sieg der Ukraine stark gemacht hat, ist Vorsicht geboten. 

  • Ist diese weltweite Ausschreibung auf die Interessen der NATO zurückzuführen?
  • Sind diese ortsunkundigen Helfer überhaupt „Volunteers“ im ursprünglichen Sinn?
  • Oder sind es vielmehr Militärs?
  • Ausländische Agenten?
  • Mitglieder dubioser, von George Soros finanzierter NGOs?
  • Oder Journalisten „mit besonderen Aufgaben“? 

Besonders misstrauisch macht es mich, dass die westlichen Qualitätsmedien mit keiner Silbe auf diese Dubiosität eingehen.


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Sonntag, 8. Januar 2017

Musik und Militär - Refugees passen nicht zum Militainment der Eurovision

Vor kurzem gab der NDR die 5 Teilnehmer der deutschen Vorentscheidung zum ESC bekannt. Auf youtube kann man hören, wie die jungen Frauen wieder vor sich hinmurmeln, die Männer ihre Töne herauspressen, alle in der Hoffnung, damit einem vermeintlichen US-Ideal nahe zu kommen. Alle Sprachen außer englisch sind verpönt. Noch nie nahm ein Repräsentant der Migration an der Vorentscheidung teil, so auch dieses Jahr nicht. Und das in Deutschland, das laut Eurovisions-interessierte Grüne Partei "Vielfalt und Respekt lebt, modern und weltoffen ist, anstatt Angst zu machen".

US-Militainment entlarvt Anliegen der Offenen Gesellschaft als Worthülsen 
Die Open Society Foundation, Robert-Bosch-Stiftung, Bertelsmann-Stiftung, Stiftung Futurzwei, Diakonie, Denkfrabrik adelphi-research, Deutsche Filmakademie, deutsch plus, das Deutsche Theater u. a. fordern auf, „365 Tage Offene Gesellschaft“ zu feiern, von der Filmpremiere über das Musikfestival, die Debatte, das Theaterstück bis hin zur Demonstration. Dennis Schmidt-Bordemann klärt auf, dass wir „für ein offenes, tolerantes und humanes Europa einen Wettstreit der Ideen, der Phantasie, der Kreativität brauchen“. 

Wieso aber werden dann populäre Wettkämpfe wie der ESC 
  • mit altmodischen anglo-amerikanischen Beiträgen immer eintöniger und sprachärmer, 
  • mit nichtssagenden Castingstars und ihren abgerichteten Fans immer einfältiger,
  • durch Monopolstellung eines amerikanischen Labels immer wettbewerbsfeindlicher und 
  • gegenüber Nicht-Nato-Länder immer aggressiver und inhumaner? 

Die einfältigsten Unterhaltungsangebote entlarven die Worthülsen und Durchhalteparolen der Politiker als Terror gegen die gesamte Bevölkerung 
Die Diskrepanz zwischen hochtrabenden Ansprüchen transatlantischer Glaubensbekenntnisse zur Offenen Gesellschaft bei gleichzeitiger Verunmöglichung der Umsetzung im Alltag scheint darauf angelegt, alle Beteiligten – Einheimische wie Zugereiste – zu irritieren und unter ihnen den Selbst- und Fremdhass zu schüren, indem sie die historische, kulturelle und sprachliche Selbstverleugnung als das 1. Gebot verkünden. Dafür möchte ich ein paar Beispiele geben:

Wo sind die Refugees, die mit ihrer Musik- und Sprachtradition unseren kulturellen Wettstreit anfeuern? 
Sie sollen doch mit uns auf unseren Sofas sitzen, von unserem Bierchen trinken, aus unserer Chiptüte essen, mit uns im Koran lesen, aber dann ausgerechnet auf ihre eigene Popularkultur verzichten? Hier meine Auswahl für eine Vorentscheidung: 

So weltoffen könnte es klingen, wenn ein Syrer den ESC gewinnt.

Warum sollte nicht mal ein afghanisches Lied optimistisch und leichtfüßig als Sieger gefeiert werden können? 

Während uns die Amis mit Krötengejaule von Lena bis Lary terrorisieren, warum spielen sie die perfekte Musik der Offenen Gesellschaft ausgerechnet im weit entfernten Coke Studio in Karachi (Pakistan) ein?

Wenn überhaupt, dürfen sich junge Migranten in Deutschland nur in Moscheen, Dönerbuden und bestenfalls im Rap austoben, sich dann aber mit dem Etikett „Parallelgesellschaft“ abwerten lassen. Nie werde ich vergessen, wie mir die Kinnlade herunterfiel, als Deso Dogg 2008 auf RBB Radio Fritz seine Biografie schilderte. Unbeaufsichtigt auf der Straße aufgewachsen, schon als Kind von Drogen-Dealern abhängig und erpressbar gemacht. Dieser Lebenslauf wird sich bei den zahllosen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen wahrscheinlich wiederholen. Deso Doggs daraus resultierende Radikalisierung trug einerseits zur Stigmatisierung der Migrantenkultur bei, wichtiger noch ist, dass diese brutale Seite der Migrationsgeschichte als wesentlicher Bestandteil deutscher Nachkriegsgeschichte für Historiker einfach kein Thema ist. 

Als ESC-Fan habe ich gelernt, dass die Spielregeln des US-Militainment eine einzige Anstrengung sind, um jede Form der Solidarität zu verhindern  
Selbstgerecht streichen sich die Vertreter der Offenen Gesellschaft über ihre Bäuche: „1945 gab es in Deutschland 55 Millionen Flüchtlinge, Vertriebene, befreite Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge; seither schreiben wir eine unglaubliche Erfolgsgeschichte der Integration, fortgesetzt später durch die Integration der sogenannten Gastarbeiter, der Boat-People aus Vietnam und Laos, der Jugoslawien-Flüchtlinge, der Spätaussiedler.“ 

Ich halte dagegen: Schon die beschämende Bezeichnung „Flüchtling“ zementiert einen Notstand, mit der sich für die hegemoniale US-Unkultur automatisch ein Stolz auf Sprache, Herkunft und Tradition verbietet. Lustigerweise könnten sich an diesem Punkt Refugees und sog. Rechtspopulisten, die die deutsche Sprache und Tradition verteidigen, solidarisieren. 

Länder wie Norwegen schienen auf den ersten Blick etwas fortschrittlicher, als sie 2014 einen jungen Einwanderer  aus Somalia an der norwegischen ESC-Vorentscheidung teilnehmen ließen. Mohamed 'Mo' Farah Abdi , bekannt als Überlebender des Breivik-Attentates, reichte uns die Hand, sang von „Heilung“. 

Leider entschied man sich in Norwegen lieber für einen mit Schnulze getarnten Türsteher und ehemaligen Kosovo-Kämpfer. Zufall?

Die offene Gesellschaft zu Ende gedacht ist Gehirnwäsche und Totalitarismus 
Forderungen der Offenen Gesellschaft werden im Unterhaltungsangebot der Medien nicht umgesetzt. Millionen Formatradios dudeln 24 Stunden am Tag anglo-amerikanisches Zeug. Im TV dominieren Castingshows, in denen anglo-amerikanische Coverversionen rauf und runter gesungen werden. US-Serien in Wiederholungsschleife. Der deutsche Film wird immer beschissener. Die Eurovisionsstars verdienen nur noch als konfektionierte Kunstprodukte amerikanischer Militärindustrie Beachtung. Gerade bei der Eurovision kann man studieren, wie die US-Musikindustrie das Gesamt-Niveau in Europa immer mehr herunter drückt.


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