Sonntag, 11. Mai 2014

Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen - What was right - and what was wrong?

Inszenierten NDR und Medien die Band ELAIZA in Deutschland noch als erfolgreiche Überraschungssieger, gaben sie bei dem von Buchmachern vorhergesagten schlechten Ergebnis im internationalen Wettbewerb auffallend schnell klein bei. Dieser Mangel an Kampfgeist wirkte dubios. 

Es zeigte sich schnell, dass der deutsche Beitrag in internationalen Fangruppen als schwerfällig abgeschrieben wurde. Man hätte ihn locker überarbeiten oder austauschen können. Stattdessen hat man ihn in einem überflüssigen Preview-Clip noooooch laaaangsamer eingespielt. Beim Eröffnungsempfang auf dem roten Teppich präsentierten sich die drei Damen nicht in Gala, sondern wie zufällige Passantinnen. Als würde der NDR das alles zum ersten Mal machen. In PKs und Interviews kamen ELAIZA locker und sympathisch rüber und spielten auf Wunsch jedes Lied. Wann haben wir jemals so eine fähige Gruppe zum ESC geschickt? 

Für Elaiza war es bestimmt nicht schön, unter all den Mitstreitern in den Medien als trauriges Schlusslicht gehandelt zu werden. Zu erleben, wie die eigene Delegation sie vorzeitig aufgibt. Um so hämischer habe ich Twitter-Kommentare chauvinistischer Eurovisionsfans während der Proben über Ela's unglücklichen Gesichtsausdruck empfunden. Um 5 vor 12 haben sie sich Hilfe geholt (angeblich Jerry Appelt), die ihnen half, die Show noch mal etwas aufzupeppen, um zumindest das Schlimmste zu verhindern. Mit Platz 18 jedenfalls keine rote Laterne. 

Armenien, Schweden und Österreich wurden wochenlang als mögliche Sieger gehandelt, nach dem grandiosen Auftritt auf dem roten Teppich und der interessanten Performance im 1. Semi schossen die Niederländer hinterher. Und jetzt schaue man sich das „verblüffende“ Ergebnis an: 

1. Österreich 
2. Niederlande 
3. Schweden 
4. Armenien 

Das nenne ich Meinungsmache! Wollten NDR und EBU nicht jede Einflussnahme ausschließen? Statt Televoter und Jury haben also anonyme Lotto-Tippgemeinschaften, Buchmacher und Medien das Sagen. Damit das jetzt auch deutlich wird: Das Regelwerk kann getrost eingestampft werden. Der Medienhype um Wettbewerb und gerechtes Voting ist eine reine Scheindiskussion und dient nur der Polarisierung Europas und Diskreditierung der Nicht-Nato-Länder. 

Das schien auch das einzige Anliegen des Kommentators Peter Urban gewesen zu sein. Offensichtlich hat man beim NDR Sinn und Zweck dieser Musikveranstaltung aus den Augen verloren. Urbans Mangel an Neutralität und Distanz wirkte beklemmend. Mit einsilbigen Anmoderationen steuerte er uns pflichtgetreu ins Alltagselend des Kalten Krieges zurück. In diesem Stimmungsbild wirkt der österreichische Sieger nicht mehr freigeistig oder fortschrittlich, sondern wie eine aufgeplüsterte TV-Drohne aus der Mottenkiste. 

Die dänischen Gastgeber sorgten zwar mit Rückblicken, virtuellem Museum und ehemaligen ESC-Stars für Gemütlichkeit, aber ich hatte den Eindruck mir eine 20 – 30 Jahre alte Aufzeichnung anzuschauen. Wenn man doch konsequenterweise den Party-Hype auch noch aufgegeben und die 100%-ige Live-Musik wieder hätte aufleben lassen! Dann hätten z. B. Bands wie Firelight aus Malta, The Shin aus Georgien und Elaiza zeigen können, was in ihnen steckt. 

Statt Manipulation, Nostalgie und Selbstbespiegelung sollte man dem gesunden Zweifel am Gesamtkonzept mal wieder eine gerechte Chance geben.


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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich muss Dir widersprechen.
Ich habe die Wettquoten in den letzten 2 Monaten fast täglich verfolgt. Bis kurz vor dem Contest lag Österreich immer knapp hinter der Top 10, wurde also nie als Favorit gehandelt. Das änderte sich erst nach dem Semi-Finale.

Viel interesanter wäre ein Bericht gewesen über den offensichtlichen Stimmenkauf der Azerbaijaner bei den Juroren aus San Marino nach dem Semi-Finale. 2 Juroren hatten Dilara im Halbfinale auf Rang 7 bzw. 14 von 15 ! (FÜNFZEHN !!!) eingeordnet. Und plötzlich im Finale ordnen sie die azerbaijanische Sängerin auf Rang 1 bzw. 3 von 26 ! ein, obwohl sie da noch schlechter gesungen hat. Wie erklärst du dieses Phänomen ???

lg Roman, Mannheim

Anonym hat gesagt…

Ich muss Dir widersprechen.
Ich habe die Wettquoten in den letzten 2 Monaten fast täglich verfolgt. Bis kurz vor dem Contest lag Österreich immer knapp hinter der Top 10, wurde also nie als Favorit gehandelt. Das änderte sich erst nach dem Semi-Finale.

Viel interesanter wäre ein Bericht gewesen über den offensichtlichen Stimmenkauf der Azerbaijaner bei den Juroren aus San Marino nach dem Semi-Finale. 2 Juroren hatten Dilara im Halbfinale auf Rang 7 bzw. 14 von 15 ! (FÜNFZEHN !!!) eingeordnet. Und plötzlich im Finale ordnen sie die azerbaijanische Sängerin auf Rang 1 bzw. 3 von 26 ! ein, obwohl sie da noch schlechter gesungen hat. Wie erklärst du dieses Phänomen ???

lg Roman, Mannheim

Roman Frank hat gesagt…

Ich muss Dir widersprechen.
Ich habe die Wettquoten in den letzten 2 Monaten fast täglich verfolgt. Bis kurz vor dem Contest lag Österreich immer knapp hinter der Top 10, wurde also nie als Favorit gehandelt. Das änderte sich erst nach dem Semi-Finale.

Viel interesanter wäre ein Bericht gewesen über den offensichtlichen Stimmenkauf der Azerbaijaner bei den Juroren aus San Marino nach dem Semi-Finale. 2 Juroren hatten Dilara im Halbfinale auf Rang 7 bzw. 14 von 15 ! (FÜNFZEHN !!!) eingeordnet. Und plötzlich im Finale ordnen sie die azerbaijanische Sängerin auf Rang 1 bzw. 3 von 26 ! ein, obwohl sie da noch schlechter gesungen hat. Wie erklärst du dieses Phänomen ???