Freitag, 20. Mai 2022

Eurovision 2022 – Der alte Westen ist der neue Osten


Wie bereits im Rahmen der Orangenen Revolution 2004 und 2016 in Folge des Euromaidan gewann die Ukraine 2022 – nun anläßlich des Russland-Ukraine-Krieges - am 14./15. Mai 2022 zum 3. Mal den Eurovision Song Contest. 

  

 

 

Wochenlang wurde ihr ESC-Sieg in Medien, Politik und Wettquoten vorhergesagt, gewonnen hätten sie selbst dann, wenn sie gar nicht angetreten wären. Die Sendung wurde zur Propagandashow mit rigider Verhaltenskontrolle bei der Abstimmung, der Musikgeschmack musste der Gesinnung weichen. Man nennt es Wettbewerb. 

 

Der Wettkampf gegen die Freiheit 

 

39 Länder wurden als Füllstoff vorgeführt, das Publikum hat sich mit Eintrittskarten und Telefonanrufen kostenpflichtig zu Komplizen machen lassen. Angeblich bekam die Ukraine vom TV-Publikum 439 Punkte, d. h., dass 36 von 39 Ländern – also 93% - die höchste Punktzahl gegeben haben.* Das toppt alles, was man zu Wahlergebnissen über Mao, Nordkorea, SED, ZK etc. jemals gelesen hat. Die übrigen 7% bekamen eins übergebraten. Beispiel Österreich: 

 

ORF-Skandal:Null Punkte für Ukraine "[…] Ganz Europa feiert die Ukraine beim Song Contest. Nur Österreichs „Fachjury“ zeigte kein Herz: 0 Punkte […]“. Daraufhin werden die Abtrünnigen namentlich genannt, 5 MusikerInnen, „fünf Juroren ohne Herz. Sie haben die Vision rund um die Ukraine nicht erkannt. Sie stellten den persönlichen Musikgeschmack vor den Friedensgedanken."

 

Die ukrainische Band gab nach ihrem Auftritt ein politisches Statement ab, das bis dahin zur Disqualifizierung geführt hätte. Es wurde nicht einmal angemahnt. Dass stattdessen die Abstimmungsergebnisse von Juroren aus 5 Ländern wegen angeblicher Unstimmigkeiten für ungültig erklärt und durch ein automatisch errechnetes Ergebnis ersetzt wurden, wirkt wie ein Ablenkungsmanöver.

 

In sozialen Medien verbreitete Fotos und Clips zeigten ein ukrainisches Bandmitglied, das sich im Bühnenabgang mit uns zugekehrtem Rücken mit Hitler-Gruß bedankt. Von deutschen Medien wird diese Geste verleugnet, die Beweisclips zensiert und gelöscht. Ob es stimmt oder nicht, warum wird im freien Westen kontrolliert, vorgeschrieben, zensiert und gelöscht?

 

Trivialisierung von Politik und Krieg

 

Der Zugriff von Politik und Militär auf den reichweitenstarken Remmidemmi-ESC trivialisiert zugleich ihre politischen Anliegen und Ziele. Wie flegelhafte Jugendliche vom Stamme Nimm durften die Ukrainer ihren Beitrag dazu leisten. Wie groß ist denn da noch der moralisch-ethische Abstand zwischen Hitler-Gruß und Verhaltenskontrolle, Zensur, Sprachverbote, entsolidarisierender Identitätspolitik, Dekonstruktion des Humanen, Abschaffung der Bürgerrechte, Krieg...?

 

Moralische und intellektuelle Verkommenheit der Funktionseliten erzeugen mentale Verwüstungen

  • Deutschland bewarb während der deutschen Vorentscheidung als eifrigster Propagandist und finanzieller Unterstützer die Ukraine mehr als das eigene Land.
  • Deutschland erhielt von der Ukraine 0 Punkte.
  • Deutschland musste gleich nach der Ukraine starten mit der Folge, dass bei den Auftritten der Ukrainer der Saal tobte und beim deutschen Teilnehmer dann erst mal niemand applaudierte.
  • Der letztplatzierte Deutsche zu seiner vorhersehbaren Niederlage: "Aber was mich am Ende sehr, sehr froh gemacht hat, war zu sehen, dass die Ukraine gewonnen hat."
  • T-Online zitierte den Präsidenten der Ukraine Selensky: "Wir tun alles dafür, damit eines Tages das ukrainische Mariupol die Teilnehmer und Gäste der Eurovision empfängt.“ Durchhalteparole, denn die Austragung des ESC in 2017 ging mit schweren Zerwürfnissen unter den Organisatoren einher, wie dieses Video der Krisensitzung von Februar 2017 erinnert.

Die Medien triumphieren wie folgt:

 

Die NZZ: Für die Hip-Hop-Friedenstruppe haben die Bretter der Konzertbühne drei Minuten lang tatsächlich die Welt bedeutet. Sie hat ihr Land würdig vertreten, und die Welt [ist Europa die Welt?] hat es dem Kalush Orchestra gedankt.

 

Stuttgarter Zeitung: Eigentlich ist der Eurovision Song Contest ja nur ein TV- Spaß. Aber in diesem Jahr bietet auch er den Kriegstreibern in Moskau Paroli. 

 

Matthias Koch im RedaktionsNetzwerk Deutschland: „Der Eurovision Song Contest 2022 ist ein ebenso fröhlicher wie vernichtender sozio-kultureller Erstschlag gegen Wladimir Putin. Der Kremlherr wird sich davon nicht mehr erholen."

 

Promiwood: „ESC 2022: Wegen Ukraine Sieg – Wladimir Putin zerschlägt Fernseher! 

 

Der Postillon: "Damit wir auch mal eine Chance haben – Deutsche ESC-Fans fordern Angriffskrieg gegen Deutschland."

 

Kurze Zeit später schon wurde der Siegersong aus der Ukraine von einer deutschen Band gecovert. Die Band "Braunau" wurde durch den Song der Ukrainer inspiriert und hat eine Studioversion ihres Liedchens "#Adolphina" vorgestellt.

 

 

Der alte Osten ist der neue Westen

 

Als KonsumentIn kann man das Tragische bald nicht mehr vom Komischen unterscheiden. Der einzige Beitrag, der sich über die bedauernswerte Lage der europäischen Bevölkerung am Abend des ESC den Kopf zerbrach, kam aus einem osteuropäischen Nicht-NATO-Land. Umrahmt von Kulthandlungen eines Gesundheitswahns ließ Serbien zu seinem in Landessprache gesungenen Lied folgende Untertitel einblenden:

 

A sick mind in a healthy body

A sad soul in a healthy body

A desperate mind in a healthy body

A frightened mind in a healthy body

 

So what now?

 

 

* Was den Zuspruch des TV-Zuschauers betrifft, muss er allerdings etwas eingedämmt werden: Die 2. Abstimmungsrunde wurde ins Leben gerufen, weil viele Länder aufgrund zu niedriger Anruflast keine repräsentativen Ergebnisse mehr liefern konnten. Um diese Misere zu vertuschen, werden die Anrufe pro Beitrag europaweit einfach zusammengezählt.

 

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Montag, 24. Mai 2021

I don‘t feel hate, I just feel Häme

 … nicht wegen Jendrik, sondern wegen der ESC-Experten der ARD, die dieses Lied als deutschen Eurovisionsbeitrag ausgewählt haben. Wie zu erwarten landete der ESC-Song „I Don‘t Feel Hate“ auf Platz 25. In einem Interview von ESC-Kompakt gleich nach der Niederlage distanziert Jendrik sich dann auch von diesem Lied mit den Worten „Ich glaube, „I Don’t Feel Hate“ war dieses Jahr ein Song, wo ich wusste, der wird von den deutschen Jurys ausgewählt. Ein bisschen hinterhältig, ne?“

Er gesteht also, dass er es als Auftragsarbeit angesehen hat, mit der er den Geschmack der Experten-Jury zu bedienen wusste. Genauso hatte ich mir das gedacht. Aber warum gesteht er sich nicht ein, dass er den sog. Experten doch auch irgendwie vertraut hat? Und dass er sich von diesen Autoritäten mit einem Gesinnungslied bewusst in die Sackgasse hat locken lassen? 

In dem chaotischen Interview wirkt er wie traumatisiert und genauso naiv, wie er sich kurz zuvor in seinem albernen Beitrag der Welt präsentiert hatte. Wie sollte es auch anders sein, da er in diesem bösen Spiel über keinerlei Druckmittel verfügt und Einfalt, Wehrlosigkeit und blindes Vertrauen in dubiose Experten zur Normalität geworden sind. 

Über die Durchsichtigkeit seines gewaltwitzigen Liedes schrieb ich bereits, die Kommentare auf der Facebookseite der "Welt" des von diesem Beitrag überrumpelten deutschen Publikums fielen entsprechend köstlich aus: 

„Aber immerhin haben wir so die Briten 3:0 geschlagen & das mit Hilfe der Österreicher. Sowas muss man auch erst mal hinbekommen…“ 

„Ganz Europa den Mittelfinger zeigen und sich dann wundern, dass man keine Punkte bekommt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Deutschland der Realität immer weiter entrückt. Dieser Auftritt ist symbolisch hierfür.“ 

„Als Zuhörer bekam man den Eindruck man wäre ein KITA Kind das zu gutem Verhalten ermahnt wird.“ 

Die grauen Eminenzen der ARD, die diesen verlogenen Beitrag bevorzugen, dürften von gleicher hasserfüllter Gesinnung sein wie solche, die Oma als Umwelt- und Nazisau belächeln oder die einem Xavier Naidoo die Teilnahme am ESC verbieten, indem sie ihn als verschwörungstheoretisch, homophob, rassistisch und als antisemitisch diskreditieren.  Für diese anonymen, einflussreichen Experten der ARD – und nur für sie – folgender Spott-Tweet auf Twitter am Abend des ESC-Finale: 

Hitler is now the 2nd worse thing to come out of Germany. #Eurovision 

 

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Samstag, 15. Mai 2021

Ein Lied für die weggesperrte Menschheitsfamilie

Angesichts Trübsinn, Abstumpfung und Entsolidarisierung zaubert die bulgarische Sängerin Victoria (Wiktorija Georgiewa) im trivialen Rahmen des Eurovision Song Contest für das weltweit eingesperrte Publikum einen kleinen Geniestreich auf die Bühne. Sie verzichtet auf übliche Phrasendrescherei und Appelle an Haltung und Gesinnung, stattdessen nehmen wir Teil an dem schmerzhaften Prozess des Reifens einer jungen, verletzlichen Frau. Mag man es für kitschig halten, kalt lässt es einen nicht. 

Victoria fordert Empathie und Fantasie heraus
Als Beispiel eines der vielen Reaction-Videos von ESC-Fans weltweit zu Victorias Musikclip:



Musikclip
„Growing Up Is Getting Old“
heißt der Songtitel. Das klingt bedrückend, ich fühle spontan, wie mir die Lebenszeit wie Sand durch die Finger geronnen ist. Mit dem Word „old“ assoziiert man Gebrechlichkeit, Überflüssigkeit, denn was alt ist, ist in unserer Gesellschaft verpönt. Aber sieht das die Sängerin überhaupt so? 

In ihrem Musikclip verfolgen wir, wie sie sich mit alten Spielsachen und Familienfotos umgibt. Untermalt mit einer melancholischen Melodie und einer fast weinerlichen Stimme sehen wir Victoria als Baby, als kleines Kind auf dem Arm des Vaters, was eine für den ESC ungewohnte Intimität erzeugt, die verstummte oder gar vergessene Saiten in uns zum Schwingen bringt. Dann wird der Sound voller und lauter, Victorias Stimme wird fester, was nach Mut und Entschlossenheit klingt. Älter werden bedeutet schließlich auch erwachsen und unabhängig werden. 

#Aufstehen ist das Gebot der Stunde
Im Musikclip gibt es eine weitere Ebene, die über das Familiäre hinausgeht. Mit dem Einblenden einer offiziellen Absage des ESC 2020 wird auf den Corona-Lockdown angespielt. Victoria, die schon 2020 für Bulgarien antreten sollte und sogar zu den Top-Favoriten zählte, bleibt nun frustriert auf ihrem Koffer im Kinderzimmer sitzen. Nach 1 ½ Jahren Corona-Maßnahmen assoziiert man die Enge der Räume, die gestreifte Tapete, den Fernseher als einzige Verbindung zur Außenwelt automatisch mit Ausgangssperre, Quarantäne, Freiheitsberaubung. Ein junger Mensch wollte voller Tatendrang hinaus auf die Bühne des Lebens, sich dem Wettbewerb stellen, auf eigenen Füßen stehen und erfolgreich sein – und wird dann wie Millionen anderer Menschen von sog. „Erwachsenen“ für unmündig erklärt, eingesperrt, eingeschüchtert, abgeschrieben. 

„Wir beobachten eine radikale, gewaltsame ‚Entzauberung der Welt‘: Alles, was das Leben lohnend macht; alle kleinen Freuden und Narrheiten; alles, was nur auch ein wenig Unterbrechung der Alltagsmechanismen und -ökonomien verspricht und den Menschen Gefühle der Sourveränität und der Solidarität verschaffen könnte, soll beseitigt werden“. (Rober Phaller, Erwachsenensprache, 2018, S. 204). Auf dass wir nicht reifen, sondern einfach nur alt werden… 

Wir stehen mit Victoria am Abgrund
Die erste Performance-Probe am 11.05.2021 muss umwerfend gewesen sein, wie beispielhaft aus den Worten von bekannten ESC-Influencer vor Ort deutlich wird: 

 

Victoria allein auf einer Felsenklippe im Meer, über ihr der Sternenhimmel, lässt uns am psychischen Prozess des Loslassens und Reifens teilnehmen.

I’m torn by nervous system’s aching
Growing up is getting old
Anxiety is draining
Getting up is growing old. 

Was tun angesichts Ungewissheit und Ohnmacht? Victoria ist zuversichtlich: 

If your world is breaking
And growing up is getting old
Know that you’re worth saving
And getting up is all you’ve got

 

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Donnerstag, 11. März 2021

Wer andern eine Grube gräbt… Deutschlands Beitrag zum ESC 2021 von Jendrik Sigwart

Ich finde Jendriks Beitrag zum ESC humorlos, freudlos und hinterhältig, und Jendrik scheint seinen ganzen Einfallsreichtum eingesetzt zu haben, damit genau diese Feststellung nicht niedergeschrieben wird, und wenn, dann sofort diskreditiert werden kann. 

Jendrik wirkt auf mich aufgedreht und selbstvergessen wie ein „puppet on the string“, der Auftragsarbeit abliefert. Im Folgenden geht es darum auch nicht um die Person Jendrik sondern um diese Art Eurovisions-Auftrag.

Obwohl das Lied sehr altbacken klingt, ist es sehr eingängig, und Jendrik unterstreicht dies mit Ukulele und schwungvoller Tanzeinlage. Leider verknüpft er diesen Schwung mit dem Dauerbekenntnis, keinen Hass zu fühlen. Ist also das Gegenteil von Hass neuerdings besinnungsloser Spaß? Und wenn ja, warum lacht dann keiner? 

Angesprochen auf seinen Song in einer ARD-Talkshow nimmt er die Perspektive des Rezipienten vorweg und thematisiert sogleich Titel und Botschaft. Er sowie NDR und überhaupt alle scheinen es pfiffig zu finden, dass die Message des Songs polarisiere. Polarisieren bedeutet aber, das Wahrnehmungsspektrum auf 2 Pole zu beschränken und diese aufeinander zu hetzen. 

Geht man erstens tatsächlich davon aus, dass es Menschen gibt, die sich für den Hass aussprechen? Und muss zweitens die andere Hälfte auf der „richtigen“ Seite jetzt brav dem Gefühl des Hasses einfach seine Diskurswürdigkeit und Legitimation absprechen? Tatsächlich produziert Jendrik mit Polarisierung genau das, was er vorgibt ausmerzen zu wollen. Und diese hässliche Wirkung soll das nun das Gegenteil von Hass sein? 

Verordneter Infantilismus und Un-Logik der Identitätspolitik

 
 

Im Video treten plakativ Vertreter von Minderheiten auf – wohl gemeint als typische von Hass gekränkte Beleidigtengruppen. Entsprechend der Un-Logik der Identitätspolitik und ihre auf Entsolidarisierung angelegten Provokationen fungieren sie wie Geisel, durch deren Vereinnahmung man sich in allen Formen von Wettkampf (so auch in Politik und Wirtschaft) einen Vorteil zu verschaffen versucht. 

Linientreue im Sinne eines dem Niedergang geweihten Militainments 

Comic-Figur mit Ladenhüterlied als Verfechter des Gutmenschtums ist per se unanfechtbar, 

dann vertausche man die Begriffe Geschmack und Meinung, 

projiziere die eigene Beschränktheit und Frustration auf das Publikum 

und liefere den ahnungslosen, ehrlichen Kritiker im gelenkten social media einem Shitstorm aus. 

Das Ergebnis ist so verblüffend entlarvend, dass sich Verfechter der PC und der Identitätspolitik ertappt fühlen dürften. Anders ist das Stammeln und Schweigen in den Medien um diesen Beitrag nicht zu erklären. 

 

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Donnerstag, 21. Mai 2020

Die Eurovision sang den Corona-Blues

„Das Unbegangene wird langsam rar. Der Wiederholungsekel, wenn man merkt, das habe ich doch jetzt schon 1000 mal so durchexerziert, das wird schal im Mund […], die Bewegung wird einfach öde und banal, wenn man sie zu oft ausführt.“ 

Diese Worte von Neo Rauch aus 2019 sprachen mir aus der Seele. Dass nach meinem monatelangen Überdruss vom ESC dann ur-plötzlich alle Massenveranstaltungen und damit auch der Eurovision Song Contest abgeblasen wurden, erschien mir folgerichtig und angenehm. 

Ergeht es den Strippenziehern der Globalisierung auch so wie mir und Neo-Rauch? 
Wir sollen glauben, dass der Lockdown von einer fürsorglichen Elite für ihre verseuchte Massengesellschaft angeordnet wird. Hat man also bislang mit Dauerbespaßung aus Konsumenten Kleinkinder gemacht, saßen wir am 16.05.2020 als Patienten vorm TV. Originell war das nicht. 

Die von oben angeordnete weltweite Atempause sieht zwar nach Machtdemonstration aus, könnte es aber nicht auch ein Hinweis darauf sein, dass man sich in der eigenen Klappsmühlen-Bespaßung verrannt hat? Beim Thema ESC sieht es schon seit längerem danach aus. 

COVID-19 als Angriff auf die Spaßgesellschaft
Während man im Kalten Krieg den Ostblock noch mit dem Lifestyle einer rebellischen und kreativen Jugend untergrub, die für Freiheit, Demokratie, Kapitalismus (und ein bisschen Frieden) kämpfte, benötigt man seit seinem Verschwinden nur noch Naive, die sich mittels Zauberwort „Globalisierung“ für das genaue Gegenteil von Freiheit stark machen, ohne dieses Gegenteil benennen zu dürfen. Kaum ein Event führt deutlicher vor, wie ausgerechnet dieses Tabu kommerzialisiert und sogar noch ausgebeutet werden kann, wie der Eurovision Song Contest. 

Hierzu gehört vor allem die Tatsache, dass der ESC niemals Teil einer aufmüpfigen Kultur war und es aufgrund seiner hierarchischen, geschlossenen Organisation niemals sein wird. Daran ändern auch Geschichtsverklärungen um Abba, Stefan Raab, Conchita Wurst u. a. nichts. Dem bis in die 90er Jahre konservativen Grand Prix verpasste man ab 1998 einfach nur ein anglo-amerikanisches Spaß- und Angeber-Format, in Deutschland personifiziert mit dem Namen Stefan Raab. 

Der war gemeinsam mit Kollege Wurst am 16.05.2020 mit eigener Show auch wieder mit von der Partie. Die Steigbügelhalter der Eurovision (Globalisierung) scheinen vor dem Rauch‘schen Überdruss und vor Selbstkritik gefeit, sie machen einfach weiter und weiter und weiter… 

Conchita Wurst steht beispielhaft für die schablonenhaften Promi-Identitäten, die eigens für den ESC kreiert werden, wobei man sich an die Emanzipationsbewegungen der 60er bis 80er Jahre orientiert. Dass allerdings die LGBT beim ESC immer noch als eine bedrohte Minderheit um Anerkennung bettelt, ist angesichts ihrer finanzstarken Unterstützung verlogen. Vielmehr werfen die konstruierten Minderheiten-Profile mittlerweile ein zweifelhaftes Licht auf ihre Erfinder. 

Wer könnten die Erfinder der bedrohten sexuellen Minderheiten sein? 
Folgt man Untersuchungen amerikanischer Feministinnen, scheint auch hier genau wie beim Thema Corona die Pharmaindustrie keine unwesentlich Rolle zu spielen. Anhand einer brutalen Instrumentalisierung von Identität und Sexualität scheint der ESC ab 1998 zur Werbeplattform für ein Establishment geworden zu sein, in welchem das Militär, billionaire philanthropists, the technology and pharmaceutical industries, major corporations, and banks dominieren.  Und so ging der Spaß vonstatten: 

1998 übernahm die amerikanische Musikindustrie den ESC, setzte die Homosexuellen als „Experten“ in die ersten Reihen, und ließ die von Designern aufgebrezelte Transsexuelle Dana International aus Israel mit dem Lied „Diva“ den ESC gewinnen, die sich zuvor zwecks Geschlechtsumwandlung auf den Operationstisch gelegt hatte. Zufall? Eher steht zu vermuten, dass diese Person ohne Operation wohl nicht mal unter ferner liefen beim ESC aufgetreten wäre und dass die sog. „ESC-Experten“ ziemlich aufgemischt wurden mittels Agenten. 

Die Konzentration auf das breitenwirksame Boulevard ist ein kluger Schachzug, denn ausnahmslos alle Journalisten fühlen sich dem Spektakel so sehr überlegen, dass sie diese Praktiken des „diversen“ Spaßes nicht hinterfragen. Bei der letzten Austragung 2019 in Israel mussten z. B. alle Stars eine Blutprobe abgeben, wahren „ESC-Experten“ wurde eine Blutprobenabgabe nahegelegt. Bei der nächsten Eurovision könnte schon nach biologischen Kriterien mit Impfpass selektiert werden. Aber wenn das bislang doch so spaßig funktionierte: 

Warum und für wen soll der Spaß plötzlich vorbei sein? 
Dass sich schlagartig alle Länder am Lock-Down beteiligen, erinnert an Zeiten des Feudalismus. Es gibt zwar Konkurrenz und Schuldzuweisungen wie seinerzeit unter den Monarchien, doch scheint man sich damals wie heute zumindest im Verhältnis gegenüber Staat und Untertanen einig: Man spricht ihnen schlicht die Mitsprache oder gar die Menschenwürde ab. 

Während sog. Diktaturen daraus kaum einen Hehl machen, muss uns unsere Unterhaltungsindustrie ständig ein x für ein u vormachen. Das ist nicht nur teuer, sondern lässt auch das westliche Establishment langsam viehisch aussehen. Minderheitenanbetung oder Phrasendrescherei um bunte Diversität stellen in Diktaturen keinen Wert dar. Chinas Mittelstand z. B. ist in der Diktatur gestärkt worden und bietet dafür Anpassung, Leistung und Disziplin – und ich glaube sogar Konsens mit der Regierung. Auch bis ins Transhumane. 

Eurovision? China hat 2018 die Übertragung des ESC verboten. Hiesiger Narrative zufolge wegen zu viel westlicher Toleranz, der Tatoos, der Schwulen, der sexuellen Selbstentblößung und Blablabla... Fakt war ein autoritäres Nein ohne nachvollziehbare Begründung. 

Für Kommentator Peter Urban war in der deutschen ARD-Finalshow die US-Musikindustrie wie seit jeher Vorbild für europäische Musik. Noch immer will keiner wahrhaben, dass Asiaten den popkulturellen Kinderkram mittlerweile nicht nur locker nachahmen, sondern schon seit längerem überbieten. 

Ich mag mir jedenfalls die auf Linie gebrachten Schmalspur-Promis nicht mehr anhören oder anschauen, zumal die asiatische Konkurrenz längst Schöneres und Professionelleres bietet. Deren Establishments staffieren ihre Jugend schon vorsorglich mit schneidigen Kämpferposen und Herrschermerkmalen aus.

Mittwoch, 1. Januar 2020

Was wenn Bushido oder Naidoo Kinder Soldatenlieder über Umweltsäue singen ließen…

Was der WDR als Kinderlied oder Schlager verkaufen soll, ist von der Funktion her bestenfalls als Soldatenlied einzuordnen. Nur in Soldatenliedern wird die eigene Gruppe als moralisch überlegen überhöht und andere Gruppen gezielt angegriffen und erniedrigt. Das Ziel ist Indoktrinierung und Scharfmacherei. 

Zu diesem Zweck wurde das musikalische Ausgangsmaterial komplett ins Gegenteil verkehrt. Es stammt aus den 20er Jahren von einer Generation, die 2 Weltkriege und 1 Inflation erleben mussten. Ihr Gassenhauer zeugte vom Galgenhumor einer desillusionierten, ausgebeuteten Generation: 

Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen
und die erste und die zweite Hypothek

Dem Volk die Lieder stehlen und sie mit verdrehtem Sinn gegen das Volk einsetzen 
Nur RT Deutsch hat im Text „Kinderchor und Umweltsau: „Satire“ als Treten nach unten“ gut herausgearbeitet, dass sich hinter dem Deckmäntelchen des Spaßes, des Guten und Wahren nur ein perfider Sozialchauvinismus verbirgt, der Gesellschaften und Individuen im Kern zerstört. Es ist die Taktik der emotionalen Ausbeutung, Plünderung, des Täuschungsmanövers und Etikettenschwindels. 

Man verzeihe mir Ironie und Polemik, aber nach 12 Jahren wird‘s langsam langweilig 
Seit 2008 gibt es diesen Blog und seit dieser Zeit setze ich mich mit globalistischer Identitätspolitik und der o. a. Strategie auseinander. Anlässlich der Kontroverse um die Oma als #Umweltsau möchte ich zum x-ten Mal meinen Vorschlag aus 2008 wieder aufgreifen: 

Bushido für Deutschland zum ESC 
Wenn es darum geht Schmuddelkinder und -personen mit Gossensprache ausfindig zu machen, traue ich Rappern mehr zu als den öffentlich-rechtlichen Sendern. Oder ist Schmuddelkind gar eine Beleidigung? Sind es vielmehr die Kinder der Vertreter des Guten, Wahren und Schönen? Das würde zwar zum holden Vorsatz der „Klimabotschaft“ passen, aber weder zur Wortwahl noch zum erbärmlichen Gesang. Die Kinder plärren trotz (oder wegen?) Chorleiter wie Dreijährige.

Mädchenchor ohne Migrationshintergrund 
Während Rapper wahrscheinlich eine Gruppe Jungs mit Migrationshintergrund zusammenstellen würden, scheint der WDR-Klimabotschafter-Kinderchor nur aus deutschen Mädchen zu bestehen, die – ich wiederhole mich – brav plärren. Ich kann mir vorstellen, dass Eltern aus anderen Kulturkreisen dem standardisierten Kindergeplärre nicht DIE Wertschätzung entgegenbringen, wie es den Deutschen nach dem 2. Weltkrieg abverlangt wird. 

Andere Kulturkreise scheinen der eigenen Gesangstradition die Treue zu halten. Hier das Beispiel eines 4-Jährigen aus Usbekistan. Er hat das Singen wahrscheinlich von Eltern und Großeltern gelernt, und auch wenn ich den Text nicht verstehe, gehe ich schlicht davon aus, dass er bei dieser Veranstaltung nicht über Großeltern als #Umweltsäue singt. 

German Angst ist angebracht 
Usbekistan ist ein autoritärer Staat. Im Gegensatz zu Usbekistan sind in Deutschland nach 2. Weltkrieg, Zusammenbruch der DDR und Demokratisierung die Autorität als Prinzip und personenbezogene Autorität offiziell verpönt. Das Beispiel #Umweltsau und WDR lässt allerdings durchblicken, dass Autoritätshörigkeit weiterhin erzwungen wird, und zwar durch anonyme Lobbygruppen, die alles und jeden beliebig vor sich hertreiben und aufeinander hetzen können. 

Erschreckenderweise gibt es nämlich niemanden beim WDR, der/die das eigene Handeln versteht und erklären kann. Sie scheinen selber erschrocken zu sein. Stattdessen meldet sich aus dem Hinterhalt eine Art Sprachpolizei, die diesen #Umweltsau-Dreck zu Gold erklärt und jeden als „rechts“ zu kriminalisieren versucht, der/die das nicht akzeptiert. Ein Mitarbeiter des WDR legte noch eins drauf, indem er die Omas als Nazisäue titulierte. 

Mit Sprachpolizisten kennen Rapper sich aus 
So manches Album landet auf dem Index weil „jungendgefährdend“. Ich gebe also bei youtube Bushido und Sonny Black ein, bekomme „Mitten in der Nacht“ angezeigt, klicke drauf und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. 



Warum sind Rap-Texte schräg und der Kinderchor nicht? 
2 Textbeispiele:

1. „Es ist 2014, Pöbelei via Twitter, du schwuler Spast singst immer noch „Cry Me A River“. 

2. „Grüße diese Opfer von der BILD und vom Berliner Kurier, diese Pisser schieben einen Hass auf mich als wär ich Hitler. Ich hab vier Kinder, Ehefrau und ficke eure Mütter.“ 

Journalistenverband und Linke verteidigen die Beleidigung der Oma als Umwelt- und Nazisau und erwarten vom WDR keine Argumente, sondern obrigkeitstreues Handeln in ihrem Sinn.  

Rhetorische Frage: Würden sie die Umwelt- und Nazisau auch verteidigen, wenn sie sich auf den „schwulen Spast“ oder den “Pissern von BILD und Berliner Kurier“ bezögen?



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Sonntag, 10. November 2019

Die Gärtner des natürlichen Kunstrasens

Vor kurzem wäre mir beim Frühstück fast die Kaffeetasse aus der Hand gefallen, als Dirk Pohlmann in dem für mich sonst informativen und spannenden Gespräch des Exomagazin seine Schwärmerei für Greta Thunberg mit dem Hinweis auf den Hype-Verlauf bei ESC-Siegerin Lena Meyer-Landrut rechtfertigte. Ich stimme zu, dass diese Hypes Gemeinsamkeiten aufweisen, aber zu verteidigen gibt es für Endverbraucher dabei nichts. 

Astroturfing statt Graswurzelbewegung 
Endverbraucher dürfen davon ausgehen, dass Hypes, ob sie nun der Überhöhung oder Dämonisierung dienen, top-down organisiert sind und mittels Massenmedien Popularität und Übereinstimmung mit der breiten Masse nur vortäuschen. 

Nebenbei: Die gleiche Strategie der Vortäuschung von Übereinstimmung zwischen oben und unten nehme ich auch in der modernen Form der amerikanischen Unternehmensführung mit z. B. flachen Hierarchien, infantilen Gruppenaktivitäten und kumpelhaftem Geduze wie auch in der Struktur von Mitmach-Portalen wie Wikipedia wahr. Diese Strategien befördern die Selbstausbeutung, verunmöglichen notwendige Abgrenzung, vernichten individuelle Standpunkte, Eigeninteressen und auf Dauer die gesamte Sozial- und Rechtsordnung. 

Rückblick Lena-Meyer-Landrut-Kampagne 
Lena Meyer-Landrut ging aus dem Schowbusiness-Format Castingshow (USFO) hervor, das mit vom Publikum nicht überprüfbaren Zahlen in Form von Votings, Ratings, Rankings etc. arbeitet. Will Dirk Pohlmann uns tatsächlich glauben machen, dass dieses kommerzielle TV-Format etwas mit Demokratie, Wahrheit und Gerechtigkeit zu tun hat?

Außer nettes Aussehen und Herkunft hatte Lena nichts, was sie für einen ESC-Sieg interessant machte – höchstens noch Geltungssucht und Hemmungslosigkeit als Grundvoraussetzung für dieses Business. Dass sie als „Kunstprodukt nur aufgrund ihrer Natürlichkeit“ dennoch innerhalb weniger Wochen mit einem medialen Senkrechtstart durch die Decke ging, widersprach der Alltagserfahrung und dem Gerechtigkeitsgefühl. 

Testdurchlauf für Zensur, Mediengleichschaltung und Publikumsverhöhnung 
Zielscheibe dieser Kampagne schienen vor allem der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk (der mittels Kooperation mit den Privaten seine Unfähigkeit zu attestieren hatte), Medienschaffende und Promis zu sein. So degradierten sich hochgestellte Rundfunkmitarbeiter des ÖR bereitwillig zu Lenasthenikern. Viele Musiker der als „alternativ“ etablierten Musikszene band man als Juroren in USFO ein; aber auch außerhalb der Show mussten alle Promis ein positives Statement zu Lena abgeben. Wer sich nicht daran hielt – Udo Jürgens drückte Besorgnis wegen dieses unnatürlichen Hypes aus – wurde am nächsten Tag medial hingerichtet. Von der brutalen Social-Media-Kampagne gegen ESC-Fans ganz zu schweigen. Was Dirk Pohlmann und Markus Fiedler auf Wikipedia ans Tageslicht bringen, haben ESC-Fans schon vor 9 Jahren durchgemacht.

Im Finale von USFO war schließlich Xavier Naidoo der Juror, dem allerdings die aufgezwungene Lena-Lobhudelei sichtlich schwer fiel, der aber schließlich mitspielte. Seine Loyalität wurde nicht belohnt. Als er selber zum ESC wollte, wurde er von Transatlantikern wegen Reichsbürgernähe angegriffen und verhindert.* Erst ab da wird er begriffen haben, dass Künstler nicht mehr durch Leistung, sondern nur durch gehorsame Unterordnung mediale Popularität und Anerkennung erhalten. Die Geisel-Gruppe der Campinos, Böhmermänner, Marterias, Lindenbergs, Connors, Kraftklubs, Fischfilets, Grönemeyers usw. wächst beständig. 

Konfektionierte Star- und Publikumsprofile zwecks psychologischer Kriegsführung 
Durch Trivialisierung der Politik bei gleichzeitiger Aufwertung des Boulevard werden Themen, Star- und Publikumsprofile immer austauschbarer - und die Medienkritik immer seltener. Dirk Pohlmanns Vergleich zwischen Greta und Lena ist dafür ein gutes Beispiel. Was u. a. von Professor Rainer Mausfeld und Ulrich Mies bestätigt wird, ist eine immer gleiche top-down-Kommunikationsstrategie. 

So beobachte ich, dass die Starprofile stets polarisierend angelegt sind und die Rezeptionsmuster gleich mitgeliefert werden. Naive Promotion - meist über Soziale Medien - vervielfacht daraufhin den Widerspruch nicht-diskursiver Attribute (Kindlichkeit, Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht, Behinderung, sexuelle Orientierung, Religion...) mit brutalen Anforderungen an die Positionierung des Publikums. 

Greta wird zum einen wie ein vereinzeltes, behindertes, vergreistes Schulkind verkauft, gleichzeitig ist sie aggressive Herausforderin der Weltmächte 
Absurder geht‘s nimmer. Aber hoppla, schon diese Wahrnehmung wird als „Hass“ oder „Verschwörung“ gerügt. Mittels Pädagogisierung, Emotionalisierung und Infantilisierung werden die Konsumenten konfektioniert, indem der groteske Widerspruch zwischen beispielsweise vordergründig unschuldigen Stars und eingefädelter Niedertracht gezielt lanciert wird. Bevor sich aber Zweifel, Unbehagen, Unzufriedenheit, Kritik oder gar Desinteresse verbal artikulieren können, wird kontrolliert, angegriffen, eingeschüchtert, gelenkt, gelöscht und bestraft. 

Wozu den Kunstrasen düngen? 
Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers fragen besorgt, was wir nur tun sollen, wenn Greta plötzlich nicht mehr da wäre. Zum einen frage ich mich, in welcher Funktion sie sich beim Astroturfing eigentlich sehen. Nach meiner langjährigen Erfahrung in der Funktion als „Stimmvieh“ kann ich sie beruhigen: Die nächste Eurovision kommt, und mit ihr die Lenas, Conchitas, Gretas, Rezos, Joshua Wong Chi-fungs, Bana Alabeds, Racketes, Kevins, Kilians, Maries oder Susis. Sie werden immer mehr und unteilbarer.


*Was die Kontaktschuld betrifft: Ein prominentes Fan-Produkt der ESC- und Lena-Kampagne war Anders Behring Breivik, das hat die deutschen Zensoren sonderbarerweise nicht gestört. Grotesk auch, dass sich der verantwortliche NDR-Mitarbeiter zum Fall Naidoo die Frage gefallen lassen musste, wie er zum 11.09. stünde.


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Dienstag, 13. August 2019

Wir sind die Doofen - Greta, Rezo, Conchita oder warum ich die Grünen nicht wählen kann

Was 2 Weltkriege und Morgenthau-Plan nicht schafften, könnte mit Greta doch noch Wirklichkeit werden... Mit dem Starkult um diese Kinderfigur gerät für mich schon rein optisch etwas aus den Fugen, geschweige denn formal. 

Mit Greta sieht es aus, als habe man vor dem 1. Weltkrieg die kleine Schwester in die Rumpelkammer gestellt und sie nun kurz vor dem 3. Weltkrieg hervorgekramt, um mit ihr als rare Antiquität den Kindern eine düstere Zukunft herauf zu beschwören und zur guten alten Zeit zurück zu kehren. Vor allem politisch.

Gemein? Nein, denn es geht nicht um Personen, sondern um Werbeträger. Statt Greta hätte man genauso gut die diesjährigen ESC-Teilnehmer Frankreichs nehmen können. Dann würde die Kritik nicht als "Hass" diskreditiert, sondern als homophob, islamfeindlich, rassistisch usw. Dieser dumme Trick ist Zweck der Identitäts- und Betroffenheitspolitik.

Mit Starkult um „Influencer“ wird politische Streitkultur zerstört 
99 % der deutschen Politiker in Qualitätsmedien finden das anscheinend richtig oder merken es nicht einmal mehr. Uns zumindest wurde noch während der 80er Jahre ein anderes Bild von politischer Streitkultur vermittelt: Hierzu Christian Graf von Krockow, Mitbegründer der Universität, an der ich studiert habe: 

"Statt gelassen über eine Sache zu sprechen, müssen wir bis ins Innerste 'betroffen' sein und diese Betroffenheit auch noch zu Markte tragen, um als glaubwürdig zu gelten. Doch was soll sich daraus ergeben, wenn nicht eine Neigung zur Hysterie oder [...] die sterile Aufgeregtheit? Es kommt hinzu, dass der Persönlich- und Übelnehmer dazu drängt, sich mit einem Alleinvertretungsanspruch auf das Gute, das Wahre, die Gerechtigkeit und das Rechthaben zu panzern." (Krockow, Vom lohnenden Leben, 1996, Seite 91)

Rezo macht aus Dionysos einen gejagten Quizgott
Für ihn gibt es nur „1 legitime Einstellung“. Auch hierzu kurz Krockow: 

"Trau keinem, der die Einigkeit ausruft. Was will er damit erreichen? sollten wir erst mal fragen. Ist er denn unser Herr Obergeneral oder ein Prophet, dem wir gehorsam und gläubig zu folgen haben? Oder tarnt die Einigkeitsparole bloß ein Sonderinteresse, das zu hässlich ist, um sich nackt zu zeigen? Wie es auch sein mag: Wahrscheinlich werden wir nicht zum Heil gelangen, sondern ins Unheil stolpern, wenn wir auf Einigkeit schwören." (Krockow, Vom lohnenden Leben, 1996, Seite 86)

Zur Machart des Videos hat Harald Schmidt sich geäußert, dem kann ich nichts mehr hinzufügen. 

Grüner Etikettenschwindel 
Unser Umweltprophet der 70er und 80er Jahre hieß übrigens Holger Strohm mit seinem Buch „Friedlich in die Katastrophe“. Dieses Buch dürfte zum Erfolg der Grünen beigetragen haben. Und was haben sie in 40 Jahren erreicht? Dass die Ökologische Landwirtschaft und Verarbeitung als das sog. Unnormale - gegenüber der umweltschädlichen konventionellen Erzeugung und Verarbeitung - streng kontrolliert und gekennzeichnet werden muss und dementsprechend teuer ist. Müsste es nicht mittlerweile umgekehrt sein? Und jetzt darf eine Göre nicht das Gewissen der Industrie, sondern das der Verbraucher strapazieren, ihnen das Fleisch verbieten und ihnen in allen Lebensbereichen noch höhere Preise schmackhaft machen… 

Holger Strohm wurde übrigens – wie ich erst seit kurzem aus Interviews auf youtube weiss – in den 80ern nicht vergöttert, sondern als Bedrohung der Industrie- und Politik-Eliten selber bedroht und stillschweigend aus dem Land gejagt. 

Mit dem Eurovisionsengagement der Grünen wird Politik zur Klappsmühle 
Die Grünen lieben den Starkult und positionieren sich oft beim ESC, z. B. 2016 für die Nato und die Ukraine, die mit einem Stalin-Popsong gegen Feind Russland gewann. Rebecca Harms twitterte daraufhin am 15.05.2016 12:00 Uhr: "I am so glad for her & Crimea. We will soon invite her to #Brüssels. @jamala @Hromadske @EuromaidanPR @annakoj

2014 feierten die Grünen Transvestit*in Conchita Wurst als Sieger*in eines kommerziellen Fake-Wettbewerbs, was sie/ihn als Vorbild für Freiheit, Demokratie und Toleranz auszeichnet, und was ihn/sie zu einer Ansprache im Europa-Parlament verhalf.

2017 outete sich Wurst als Mann, der sich einfach nur gerne verkleidet, so wie Tünnes und Schäl. Das wird allerdings von den Grünen unterschlagen. Was – bitteschön – ist an verkleideten Männern politisch vorbildlich? Zumal Conchita sich neuerdings wie ein Sexsklave verkleidet? Die Kunstfigur Conchita Wurst steht nicht mal mehr für Trivialisierung der Politik, sondern für Klappsmühle. 

Der Erfolg Grüner Politiker und schwuler ESC-Experten ging aus Emanzipationsbestrebungen der 70er und 80er hervor. Sie haben aber nur ihre (vermeintlich) modischen Hüllen ins 21. Jahrhundert gerettet. Sie betreiben heute eine anti-intellektuelle Identitäts- und Betroffenheitspolitik, mit der sie ehemalige Gegner in konservativen Parteien, Militär und Industrie in den Schatten stellen.


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Wir sind die Doofen - Greta, Rezo und die Eurovision

Während mit dem jahrelangen Aufbau „schwuler ESC-Experten“ ein triviales Thema des Boulevard verwissenschaftlicht werden sollte, wurden wissenschaftliche und politische Belange zunehmend trivialisiert. Zu beobachten ist, dass beim ESC trotz zahlreicher ESC-Experten weltweit nur 1 Perspektive und 1 Narrativ auf das Event vorherrscht und dass die ehemals pulsierende Fan-Kommunikation langsam an Langweile und Frust stirbt. Dafür halten Starkult, Vermarktungs- und Kommunikationsstrategien des ESC verstärkt Einzug in die Politik. 

Was beispielsweise den ESC-Fans mit brutalen Werbekampagnen um Lena und Conchita (Mediengleichschaltung, Zensur, Geschmacks- und Gesinnungsdiktatur) zugemutet wurde, erfährt jetzt der Rest der Bevölkerung auf Wikipedia oder mit Kommerz-Figuren wie Greta, Rezo, Rackete & Co. 

Intellektuelle mit Kommerz überfordert?
In den Sozialen Medien erlebe ich – vor allem in Ostdeutschland - ein abgeklärtes Publikum, das einem popkulturellen Starkult grundsätzlich misstraut. Um so mehr wundert es mich, wenn Intellektuelle wie Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers, deren Arbeit ich sehr schätze, sich mit ihrer Begeisterung um diese sog. „Influencer“ fast um Kopf und und Kragen reden. So riet Bröckers den Skeptikern von Rezo auf Facebook den Gang zum Konspirologen zwecks Allergietest (hat er seine eigenen Bücher nicht gelesen?). Und Pohlmann schert Kritiker dieser Stars über einen Kamm und diskreditiert mit Übertreibungen. 

Die Eurovision ist nicht die Welt, aber die Welt wird Eurovision 
Ich entschuldige mich vorab für meine oberflächliche Herangehensweise, die Inhalte und Fakten außen vor lässt. Aber ich fand einst einen klugen Satz im Internet: „Die amerikanische Unterhaltungsindustrie ist der Klebstoff der „Anscheinswelt“, hier wird der Konsens der Eliten vorfabriziert und untermauert.“ Genau das habe ich durch Auseinandersetzung mit dem ESC gelernt: Fakten sind für Konsumenten kaum überprüfbar und werden immer bereitwilliger durch die kindliche Denkform des Glaubens und Wünschens ersetzt; daraus folgt, dass Personen und Inhalte in der „Anscheinswelt“ beliebig austauschbar sind. Wo aber Inhalte beliebig werden, sollte man sich Form und Funktion, Strukturen und Strategien näher anschauen. Die Darlegungen von Prof. Mausfeld (Interview zum Buch "Angst und Macht. Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien") bestätigen mich in meiner Wahrnehmung und Herangehensweise. 

Es sind die gleichen Vermarktungsinstrumente, mit denen die „Anscheinswelt“ in Politik und Boulevard aufgebaut wird, egal ob es sich um politische Hypes sog. Graswurzelbewegungen oder angebliche Publikums- und Jurybeliebtheit beim ESC handelt. Mittel sind massenhafte Verbreitung von Fotos in gleichgeschalteten Medien, zweifelhafte Experten und Stars (Influencer), denen der Jubel sicher ist und die Preise nur so zuflattern, Votings, Ratings, Rankings, Charts, Hitraten, Likes, Faves usw. usw. usw. 

Bei Hypes sind Themen und Protagonisten beliebig und austauschbar 
Hypes sind eigentlich nur die Stöckchen, über die wir alle zu springen eingeladen sind in der Annahme, dass unser braves Hüpfen Bestandteil der politischen Willensbildung, der Freiheit und Demokratie sind.  

Hypes sind - wie der Beurteilungswahnsinn beim ESC - Mittel zur Verhaltensmessung und Produktprofilierung  
Beim Echauffieren und Ereifern dichten wir uns genau DIE Märchen zurecht, mit denen wir uns später bescheißen lassen, so dass wir uns in unseren irrigen Annahmen auch noch bestätigt fühlen. 

Hypes dienen der Trivialisierung und Entpolitisierung 
Eine weitere Gemeinsamkeit aller Kampagnen möchte ich – in Ermangelung eines besseren Begriffes – als das Dionysische umschreiben, welches das Rationale gezielt ausblendet. Schon die aggressive mediale Verbreitung täuscht vor, dass die Bürger eine rauschhafte Überrumpelung geradezu einfordern würden. 

Dabei sind bunte Demonstrationen, bei denen der Staat Shuttle-Busse, Freibier und Gratis-Konzerte sponsert oder Reden jugendlicher Influencer, die gezielt irrationale Ängste schüren wollen, genauso „aussagekräftig“ wie Flashmobs und Public Viewing als Promotion für Nichtskönner mit konfektionierten Ladenhüter der amerikanischen Musikindustrie. 

Egal, wie man zu den jeweiligen Themen oder Personen steht, jedem müssten zumindest die abgegriffenen Schlagwörter und verfaulte Ästhetik dieser Figuren und Kampagnen langsam auffallen.

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Sonntag, 9. Juni 2019

ESC als NATO-Resterampe - Madonna demontierte nicht nur sich selber

Madonna führte den kulturellen Niedergang der USA, vielleicht sogar der ganzen westlichen Welt vor. Während der 50er und 60er Jahre wäre keiner auf die Idee gekommen, für das Pausenprogramm beim Grand Prix d‘Eurovision de la Chanson ausgerechnet einen teuren US-Star zu engagieren. Dieser hätte den Europäern wohl als Trendsetter die Show gestohlen. 

2019 liefert die USA nur noch eine Pop-Oma
Zu ihrer Freimaurer-Israel-Palästina-Symbolik haben nur ein paar Intellektuelle Stellung bezogen, die allerdings die zusammengeklatschte Symbolik überbewerteten.

Pop-Kundige hingegen verbuchten den Auftritt zutreffend unter „kraftlose Karaoke-Darbietung in Schwulenkneipe“. Das ungewollt Interessante an Madonnas Katastrophen-Auftritt war die desillusionierte Stimmung auf Twitter, besonders bei den Antideutschen. Was hat man sich von diesem Auftritt versprochen? Einen Hollywood-Triumpf über Europa und die Eurovision? Hat man geglaubt, normale Pop-Fans ließen sich noch auf den Symbol-Schwulst ein, um sich danach mit der Antisemitismus-Keule bearbeiten zu lassen? 

Wozu nutzt das Militainment Blut- und DNA-Analysen?
Ich war entsetzt, als während Madonnas Auftritt vom Hauptsponsor „MyHeritage“ eine Skizze auf Twitter veröffentlicht wurde, anhand dessen Madonnas Blutsverwandtschaft mit ehemaligen ESC-Siegern dokumentiert wurde. Mit MyHeritage als Hauptsponsor der israelischen Show wurden zuvor nämlich alle Teilnehmer zum Blut- und DNA-Test verpflichtet, Fans konnten sich freiwillig beteiligen. Weder deutsche Qualitätsmedien noch Alternativmedien bezogen zu diesem Sponsor Stellung. 

Was als altruistischer Spaß verkauft wird, ist für mich ein massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen. Zudem macht es die plakative Zurschaustellung von "Diversität" noch unglaubwürdiger. Meine Wahrnehmung, dass Menschen nur noch als wehrlose Fleischbündel betrachtet werden, wird auch bestätigt. Vor dem Hintergrund des militärischen Einflusses haben zudem Untersuchungen zur Blutsverwandtschaft einen rassistischen Beigeschmack. Dass das auch noch von Israel aus forciert wird, verstört mich über alle Maßen. 

Eine andere Interpretation von Madonnas Auftritt 
Instrumentalisierte Promis sind mittlerweile die Norm, vor allem im Rahmen der Eurovision. Wurde Madonna vielleicht korrumpiert oder gezwungen? Hat man ihr tolle Preise in Aussicht gestellt?

Zum einen stand (angeblich) bis zum Schluss nicht fest, ob sie überhaupt auftreten würde. Dass sie dann auch noch auf play-back verzichtete und stattdessen schwach und schief sang, könnte man auch deuten als den demonstrativen Aufbau einer inneren Distanz zum Geschehen.


Demnächst: Mit Diversität in den Totalitarismus


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Mittwoch, 5. Juni 2019

ESC als NATO-Resterampe - Identitätspolitik als Show-Element gescheitert?

Wenn man - wie ich - nicht an Zufälle im Showbusiness glaubt, wirkt das verstärkte Vorführen ehemaliger ESC-Teilnehmer verkrampft. Conchita Wursts Kleidung und Bewegungen erinnerten an Strichjunge, die übergewichtige Netta präsentierte sich wieder infantil in unvorteilhaften Babyklamotten, Dana International wie immer von Designer aufgeplüstert und Verka Serduchka erschien in seiner hinlänglich bekannten Hein-Doof-Montur.

Nimmt man das bisschen SM-Antifa aus Island und die Auftritte aus Frankreich und Deutschland hinzu, wurde tatsächlich (fast) jede Identitätsgruppe (Frauen, Homosexuelle, Transgender-Gruppen, Transvestiten, Behinderte, Migranten, Kinder, Muslime) repräsentiert, was für gewöhnlich mit Toleranz, Menschenrechte und Freiheit etikettiert wird. 

Ich empfand die schablonenhafte Dauerparade entwürdigend, zum einen weil mit dem Begriff „Toleranz“ eine konnotierte Hilfsbedürftigkeit zementiert wird. Auch empfinde ich es als Dauerangriff auf die Mehrheit der Bevölkerung, wenn ständig Werte zur Disposition gestellt werden, die längst gesetzlich geregelt sind, und so getan wird, als müsse gegenüber der Mehrheit eine Verteidigungsposition eingenommen werden.

Durch das Hofieren "diverser" Gruppen wird ihnen zudem das unterhaltsam Subversive genommen, so dass das Vorführen eher an Zirkus oder mittelalterlichen Jahrmarkt erinnerte. 

Was ist Sinn und Zweck der plakativen Zurschaustellung von Diversität?  
Wollen Militärstrategen ernsthaft mit solchen Role Models den nächsten Krieg gewinnen? Die Drahtzieher müssen zudem eine sehr reduzierte Vorstellung vom Menschen haben: Wehrlose Fleischbündel, die der Diktatur ihrer körperlichen Merkmale und Bedürfnisse willenlos unterworfen sind. 

Typisch maskuline Attribute wie Disziplin, Sportlichkeit, Kampfbereitschaft, Mut und Coolness fehlten völlig. Schade, denn gerade in der Unterhaltungsmusik schaue ich mir gerne Darbietungen von jungen Männer an, die singen und sich gut bewegen können. 

Im Westen nichts Neues mehr
Statt der alten Madonna hätten die israelischen Organisatoren besser die Band EXO aus China/Südkorea als Pausenact engagiert. Sie waren während der Olympiade in Südkorea die Role Models für die Jugend.


 

Demnächst: ESC als NATO-Resterampe - Madonna demontierte nicht nur sich selbst


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Sonntag, 2. Juni 2019

Eurovision Song Contest in Israel wird zur NATO-Resterampe

Willkommen im Club!
Man nennt den Eurovision Song Contest seit 2016 auch NATO Song Contest. Damals wurde die ukrainische Siegerin von der NATO promotet und Juroren gegen Russland unter Druck gesetzt

Dieses Jahr konnte man bei der Jury-Wertung zu Russland und dem jüngsten NATO-Anwärter Nordmazedonien ein ähnliches Gefälle (Nordmazedonien bei Jury auf Platz 2) und Gerangel (nach Korrektur Nordmazedonien bei Jury auf Platz 1) beobachten. Der Einfluss der USA und der NATO ist zwar offensichtlich, welche Funktion sie innerhalb der EBU haben, nicht. Sind sie gar die Zentrale der EBU? Sinn und Erfolg ihrer Mitwirkung sollte mal hinterfragt werden. 

Das Langweiligste zuerst: 
Der Sieger war – wie bereits in den Vorjahren – schon vor der Austragung bekannt. Da ich nicht an Preisverleihungen, Awards und Abstimmungen glaube, ist das für mich nichts Besonderes, heisst es doch „there is no business like showbusiness“, und das will pragmatisch geplant und finanziert sein. Immerhin war die Abstimmungszeremonie dramatisch und spannend inszeniert. 

Weniger spannend war die Show insgesamt. Zu langwierig und zu viele Teilnehmer, deren musikalisches Material wieder überwiegend aus eintönigen, anglo-amerikanischen Ladenhütern bestand. 

Platz 1 bis 3 belegten männliche Teilnehmer aus den Niederlanden, Italien und Russland, die lt. Anmoderation angeblich jeder auf seine Weise Mitleid erregen wollten. Während der Russe und der Niederländer über Liebeskummer klagten, litt der Italiener an den Folgen finanzieller und emotionaler Ausbeutung durch Geld bzw. "Soldi". Und das besingt er ausgerechnet in Israel und keiner wirft Matteo Salvini Antisemitismus vor...?

Bezogen auf‘s Militainment an der Spitze also ein kontraproduktives Männerbild, hinsichtlich der Diversitätsbeschwörungen ein faux pax.


Demnächst: Identitätspolitik als Show-Element gescheitert?


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Sonntag, 5. Mai 2019

Große Überraschung: Die Niederlande triumphiert über Russland und gewinnt den ESC 2019

Am 16.04.2019 ärgerte sich der niederländische Fernsehmoderator und ESC-Experte Cornald Maas auf Twitter über eine Veröffentlichung zur Bewerbung der Stadt Maastricht, den nächsten ESC 2020 auszutragen.  Bereits vorher hatten Amsterdam und Den Haag ihr Interesse einer Austragung angemeldet. Seit Wochen reden sich BuchmacherEurovisions-Experten und Fans  den Sieg der Niederlande herbei. Obwohl die Niederländer erst noch die Vorrunde überstehen müssen steht fest, dass sie das Finale landesweit in 21 Kinos übertragen werden. Man bekommt Beklemmungen bei dem Gedanken, die Niederländer könnten vielleicht doch nicht gewinnen... 

Was spricht für einen ESC-Sieg der Niederländer in 2019? 
  • 59 mal haben die Niederländer bereits an der Eurovision teilgenommen, 4 mal haben sie gewonnen, der letzte Sieg liegt allerdings 44 Jahre zurück, so dass es mal wieder Zeit für einen Erfolg wird.
  • Seit 2013 verfolgen die Niederländer ein professionelles Konzept, indem sie statt Vorentscheidungsmarathone einfach einen Musiker nominieren und ihn selber über alles Weitere selbstständig entscheiden lassen. Dieses Konzept führte zu guten Beiträgen, was wiederum zur Bereicherung der Shows beitrug.
  • Die Niederländer haben eine quirlige Fangemeinde, denen man die Freude über einen ESC-Sieg durchaus gönnt.
  • Last not least verstehen die Niederländer etwas vom Showbusiness und werden sich mit Sicherheit als gute Gastgeber erweisen. Doch:

Warum ausgerechnet der Beitrag von Duncan Laurence? 
In einem Songcheck des NDR hört man nach vielen Lobpreisungen von Fans zum Ende hin den Musikredakteur Peter Urban mit der kritischen Anmerkung, dass der Song irgendwie ins Leere läuft.

Bei der Aufzählung von den Vorzügen dieses Songs muss ich sarkastisch werden:
  • Wie bei fast allen Siegen der letzten 20 Jahre ist der Sänger ein Noname. Wahrscheinlich weil statt der Sieger nur Abgreifer am Erfolg verdienen.
  • Wie bei vielen Siegen der letzten Jahre verletzt dieses Lied die Eurovisionsregeln, es wurde nämlich lange vor der Deadline veröffentlicht. (Auch das ukrainische Siegerlied wurde lange vorher schon aufgeführt, das israelische Siegerlied war wie einige andere vor ihm ein Plagiat usw. usw.).
  • Das Musikvideo passt nicht zum Song, es versucht mit pornographischen Mitteln an niedrige Instinkte zu appellieren.

Welche Funktion hat ein Wettbewerb, wenn Vorlieben bereits geklärt sind? 
Um im sarkastischen Modus zu bleiben: Um Fans und Zuschauer zur Unfairness, Doppelmoral und Infantilismus zu erziehen. 

Interessant wäre ja mal ein Konzept, bei dem ca. 40 Lieder ins Rennen geschickt werden, von denen man die Herkunftsländer nicht kennt. Daraufhin wird in Auseinandersetzungen zwischen Fans, Musikern und Experten argumentativ herausgearbeitet, welcher dieser Songs am besten ist.

Stattdessen geben Polls, Umfragen und Wettquoten den Ton an und können auf intransparente und manipulative Weise beliebige Hypes erzeugen. Meine Einschätzung von Hypes: Man dichtet sich DIE Kindermärchen zurecht, mit denen man sich später bescheissen lässt, indem man sich beispielsweise Regelbrüche, Unfairness, Volksverhetzung etc. schön redet. 

Mit gepflegter Verdummung gegen Russland 
Wem also nicht klar ist, warum ausgerechnet die Niederlande gewinnen sollte, braucht sich nur auf den Seiten der Wettbüros umschauen um dann zu wissen, GEGEN wen der niederländische Beitrag als siegreich zu gelten hat: [Russia] is rated as the 9/2 second-favourite with most bookmakers, behind the Netherlands entry, Arcade.“ Weiter: „In an open Eurovision, Lazarev [Russia] has to be taken seriously as a potential winner.  

Leider ist der Eurovision Song Contest alles andere als OPEN, denn weiter heisst es: „Any Russian entry is at risk of being hit by political sentiments, given the unpopularity of ‚the Putin regime‘ (Hervorhebung E. S.] and the ongoing situation in Ukraine.

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Freitag, 19. April 2019

Sind Hatari aus Island die Gretas der Eurovision?

Krassere optische Gegensätze wie die zwischen Greta Thunberg und der isländischen Band Hatari kann es kaum geben. Während Greta dargestellt wird wie ein prüdes, unschuldiges, vergreistes Schulkind, glämmert Hataris brutales Outfit mit Utensilien aus der Sado-Maso-Szene. Die Gemeinsamkeit besteht im von oben verordneten Hype. der um beide Acts kreiert wird. 

Hypes sind Mogelpackungen



Bei Hypes sind Themen und Protagonisten beliebig und austauschbar 
Hypes sind eigentlich nur die Stöckchen, über die wir alle zu springen eingeladen sind in der Annahme, dass unser braves Hüpfen Bestandteil der politischen Willensbildung, der Freiheit und Demokratie sind. 

Hypes sind - wie der Beurteilungswahnsinn beim ESC - Mittel zur Verhaltensmessung und Produktprofilierung 
Beim Echauffieren und Ereifern dichten wir uns genau DIE Märchen zurecht, mit denen wir uns später bescheißen lassen, indem wir uns beispielsweise unglaubwürdigen Zuspruch, Ablehnung oder schlicht Wahlergebnisse damit schön reden. 

Spielregeln der Hype-Kommunikation 
Die (meist erpressbaren)* Protagonisten werden dermaßen hofiert und umschmeichelt, bis sie von ihrer eigenen Vortrefflichkeit selbst am meisten benebelt sind. Ihre Anliegen sind stets polarisierend angelegt und werden mit infantilen Dauerappellen an Unzufriedenheit, Angst, Einfalt und/oder guten Glauben kommuniziert. 

Gleichzeitig werden sprachliche Minenfelder gelegt, so dass die Kommunikation gezielt mit Sprechverboten und Vorwürfen wie Spielverderber, Rassist, Nazi, Verschwörungstheoretiker und – wer hätte es gedacht – Antisemit gelenkt werden kann. 

Der Hype um die Band Hatari baut auf Sex-Tabus und fundamentale Kritik am Neoliberalismus und an Israels Politik 
Ich zitiere aus ESCKAZ: „Hatari (translated as Hater) is a 3-piece-award-winning industrial BDSM anti-capitalist-anti-establishment techno-dystopian homo-erotic bondage sado-maso demonic Icepop performance art group [...] that aims to take the lid off the relentless, unfolding scam that is everyday life. [They] can unveil the anomie of neoliberal society, the pointlessness of every minute spent in the futile race, and the low price for which man sells himself ever more blatantly. [They] scream at our own impotence, scream at our collectiv sleepwalk through routine, and implore the audience to unite."

Das spricht uns aus der Seele und nimmt uns zugleich den Wind aus den Segeln. Denn so doof die Zustände in der Offenen Gesellschaft auch sein mögen, solange nichts an ihren Spielregeln geändert wird, ist angeblich jede Freiheit erlaubt, alles kann ausgesprochen werden. Die Grenzen dieses vermeintlich offenen Systems werden bei Kritik an Israels Politik ausgelotet: „They will use their performance to criticize the state of Israel […], a country that violates human rights.“ 

Allerdings sind politische Botschaften auf der ESC-Bühne bei Strafe verboten. Hierzu Hatari: „However, we plan to use the agenda-setting power that comes with participation to uphold a critical discussion about the context in which the contest is being held.“ 

Ich frage mich allerdings, warum man Hataris doch eigentlich ernstes Anliegen mit Spaßprovokationen gegen Benjamin Netanjahu und Sado-Maso-Sex verpackt. Stellt das im Sinne eines Anything Goes kollektive Selbstbeweihräucherung dar? Oder will man gar auf ein Foltergefängnis anspielen, das keins sein soll? 

Ich wiederhole: Bei Hypes geht es nicht um Wahrheit, Recht oder Unrecht, Schuld oder Unschuld, Ursache und Wirkung – das ist alles schon wie in Stein gemeißelt - sondern es geht einzig um gelenkte Kommunikation, um den Buzz. Dies bestätigt ein Artikel der Jerusalem Post vom 14.04.2019.  Hier wird die ganze Hatari-Suppe ohne Anlass immer wieder aufgewärmt - und mittendrin ein werbendes Video für Netanjahu. 

Wenn Gruppenzugehörigkeit wichtiger wird als Ethik und Moral 
Das bisherige Desinteresse am Hatari-Hype erkläre ich mir zum einen mit Ermüdungserscheinungen unter ESC-Fans, Professor Mausfeld bezeichnet dies als den gewünschten Effekt der „Empörungserschöpfung“. Statt wie in früheren Jahren quirlige, offene Foren, Blogs oder Facebookgruppen zu Wort kommen zu lassen, setzt man seit einigen Jahren auf professionell eingebundene Vorzeige-Alpha-Fans in verschwiegenen, geschlossenen Panels. Vor allem muss wohl auch den Kommunikationsstrategen der Israel-Politik zugestanden werden, dass ihr sprachliches Minenfeld des „Antisemitismus“ erfolgreich ist. 

Fazit: Es wird wohl kein Zufall sein, dass der ESC-Sieg Israels in 2018 und Hataris wirkungslose ESC-Provokationen in 2019 ausgerechnet in eine Zeit fallen, in der Israel militärisch immer offensiver vorgeht. 

... und warum ausgerechnet Island? 


*Die Eltern von Greta sind prominente Künstler, die Eltern der Mitglieder von Hatari arbeiten in der isländischen Außenpolitik in Brüssel, haben also einen Ruf zu verlieren


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