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Freitag, 20. Mai 2022

Eurovision 2022 – Der alte Westen ist der neue Osten


Wie bereits im Rahmen der Orangenen Revolution 2004 und 2016 in Folge des Euromaidan gewann die Ukraine 2022 – nun anläßlich des Russland-Ukraine-Krieges - am 14./15. Mai 2022 zum 3. Mal den Eurovision Song Contest. 

  

 

 

Wochenlang wurde ihr ESC-Sieg in Medien, Politik und Wettquoten vorhergesagt, gewonnen hätten sie selbst dann, wenn sie gar nicht angetreten wären. Die Sendung wurde zur Propagandashow mit rigider Verhaltenskontrolle bei der Abstimmung, der Musikgeschmack musste der Gesinnung weichen. Man nennt es Wettbewerb. 

 

Der Wettkampf gegen die Freiheit 

 

39 Länder wurden als Füllstoff vorgeführt, das Publikum hat sich mit Eintrittskarten und Telefonanrufen kostenpflichtig zu Komplizen machen lassen. Angeblich bekam die Ukraine vom TV-Publikum 439 Punkte, d. h., dass 36 von 39 Ländern – also 93% - die höchste Punktzahl gegeben haben.* Das toppt alles, was man zu Wahlergebnissen über Mao, Nordkorea, SED, ZK etc. jemals gelesen hat. Die übrigen 7% bekamen eins übergebraten. Beispiel Österreich: 

 

ORF-Skandal:Null Punkte für Ukraine "[…] Ganz Europa feiert die Ukraine beim Song Contest. Nur Österreichs „Fachjury“ zeigte kein Herz: 0 Punkte […]“. Daraufhin werden die Abtrünnigen namentlich genannt, 5 MusikerInnen, „fünf Juroren ohne Herz. Sie haben die Vision rund um die Ukraine nicht erkannt. Sie stellten den persönlichen Musikgeschmack vor den Friedensgedanken."

 

Die ukrainische Band gab nach ihrem Auftritt ein politisches Statement ab, das bis dahin zur Disqualifizierung geführt hätte. Es wurde nicht einmal angemahnt. Dass stattdessen die Abstimmungsergebnisse von Juroren aus 5 Ländern wegen angeblicher Unstimmigkeiten für ungültig erklärt und durch ein automatisch errechnetes Ergebnis ersetzt wurden, wirkt wie ein Ablenkungsmanöver.

 

In sozialen Medien verbreitete Fotos und Clips zeigten ein ukrainisches Bandmitglied, das sich im Bühnenabgang mit uns zugekehrtem Rücken mit Hitler-Gruß bedankt. Von deutschen Medien wird diese Geste verleugnet, die Beweisclips zensiert und gelöscht. Ob es stimmt oder nicht, warum wird im freien Westen kontrolliert, vorgeschrieben, zensiert und gelöscht?

 

Trivialisierung von Politik und Krieg

 

Der Zugriff von Politik und Militär auf den reichweitenstarken Remmidemmi-ESC trivialisiert zugleich ihre politischen Anliegen und Ziele. Wie flegelhafte Jugendliche vom Stamme Nimm durften die Ukrainer ihren Beitrag dazu leisten. Wie groß ist denn da noch der moralisch-ethische Abstand zwischen Hitler-Gruß und Verhaltenskontrolle, Zensur, Sprachverbote, entsolidarisierender Identitätspolitik, Dekonstruktion des Humanen, Abschaffung der Bürgerrechte, Krieg...?

 

Moralische und intellektuelle Verkommenheit der Funktionseliten erzeugen mentale Verwüstungen

  • Deutschland bewarb während der deutschen Vorentscheidung als eifrigster Propagandist und finanzieller Unterstützer die Ukraine mehr als das eigene Land.
  • Deutschland erhielt von der Ukraine 0 Punkte.
  • Deutschland musste gleich nach der Ukraine starten mit der Folge, dass bei den Auftritten der Ukrainer der Saal tobte und beim deutschen Teilnehmer dann erst mal niemand applaudierte.
  • Der letztplatzierte Deutsche zu seiner vorhersehbaren Niederlage: "Aber was mich am Ende sehr, sehr froh gemacht hat, war zu sehen, dass die Ukraine gewonnen hat."
  • T-Online zitierte den Präsidenten der Ukraine Selensky: "Wir tun alles dafür, damit eines Tages das ukrainische Mariupol die Teilnehmer und Gäste der Eurovision empfängt.“ Durchhalteparole, denn die Austragung des ESC in 2017 ging mit schweren Zerwürfnissen unter den Organisatoren einher, wie dieses Video der Krisensitzung von Februar 2017 erinnert.

Die Medien triumphieren wie folgt:

 

Die NZZ: Für die Hip-Hop-Friedenstruppe haben die Bretter der Konzertbühne drei Minuten lang tatsächlich die Welt bedeutet. Sie hat ihr Land würdig vertreten, und die Welt [ist Europa die Welt?] hat es dem Kalush Orchestra gedankt.

 

Stuttgarter Zeitung: Eigentlich ist der Eurovision Song Contest ja nur ein TV- Spaß. Aber in diesem Jahr bietet auch er den Kriegstreibern in Moskau Paroli. 

 

Matthias Koch im RedaktionsNetzwerk Deutschland: „Der Eurovision Song Contest 2022 ist ein ebenso fröhlicher wie vernichtender sozio-kultureller Erstschlag gegen Wladimir Putin. Der Kremlherr wird sich davon nicht mehr erholen."

 

Promiwood: „ESC 2022: Wegen Ukraine Sieg – Wladimir Putin zerschlägt Fernseher! 

 

Der Postillon: "Damit wir auch mal eine Chance haben – Deutsche ESC-Fans fordern Angriffskrieg gegen Deutschland."

 

Kurze Zeit später schon wurde der Siegersong aus der Ukraine von einer deutschen Band gecovert. Die Band "Braunau" wurde durch den Song der Ukrainer inspiriert und hat eine Studioversion ihres Liedchens "#Adolphina" vorgestellt.

 

 

Der alte Osten ist der neue Westen

 

Als KonsumentIn kann man das Tragische bald nicht mehr vom Komischen unterscheiden. Der einzige Beitrag, der sich über die bedauernswerte Lage der europäischen Bevölkerung am Abend des ESC den Kopf zerbrach, kam aus einem osteuropäischen Nicht-NATO-Land. Umrahmt von Kulthandlungen eines Gesundheitswahns ließ Serbien zu seinem in Landessprache gesungenen Lied folgende Untertitel einblenden:

 

A sick mind in a healthy body

A sad soul in a healthy body

A desperate mind in a healthy body

A frightened mind in a healthy body

 

So what now?

 

 

* Was den Zuspruch des TV-Zuschauers betrifft, muss er allerdings etwas eingedämmt werden: Die 2. Abstimmungsrunde wurde ins Leben gerufen, weil viele Länder aufgrund zu niedriger Anruflast keine repräsentativen Ergebnisse mehr liefern konnten. Um diese Misere zu vertuschen, werden die Anrufe pro Beitrag europaweit einfach zusammengezählt.

 

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Montag, 24. Mai 2021

I don‘t feel hate, I just feel Häme

 … nicht wegen Jendrik, sondern wegen der ESC-Experten der ARD, die dieses Lied als deutschen Eurovisionsbeitrag ausgewählt haben. Wie zu erwarten landete der ESC-Song „I Don‘t Feel Hate“ auf Platz 25. In einem Interview von ESC-Kompakt gleich nach der Niederlage distanziert Jendrik sich dann auch von diesem Lied mit den Worten „Ich glaube, „I Don’t Feel Hate“ war dieses Jahr ein Song, wo ich wusste, der wird von den deutschen Jurys ausgewählt. Ein bisschen hinterhältig, ne?“

Er gesteht also, dass er es als Auftragsarbeit angesehen hat, mit der er den Geschmack der Experten-Jury zu bedienen wusste. Genauso hatte ich mir das gedacht. Aber warum gesteht er sich nicht ein, dass er den sog. Experten doch auch irgendwie vertraut hat? Und dass er sich von diesen Autoritäten mit einem Gesinnungslied bewusst in die Sackgasse hat locken lassen? 

In dem chaotischen Interview wirkt er wie traumatisiert und genauso naiv, wie er sich kurz zuvor in seinem albernen Beitrag der Welt präsentiert hatte. Wie sollte es auch anders sein, da er in diesem bösen Spiel über keinerlei Druckmittel verfügt und Einfalt, Wehrlosigkeit und blindes Vertrauen in dubiose Experten zur Normalität geworden sind. 

Über die Durchsichtigkeit seines gewaltwitzigen Liedes schrieb ich bereits, die Kommentare auf der Facebookseite der "Welt" des von diesem Beitrag überrumpelten deutschen Publikums fielen entsprechend köstlich aus: 

„Aber immerhin haben wir so die Briten 3:0 geschlagen & das mit Hilfe der Österreicher. Sowas muss man auch erst mal hinbekommen…“ 

„Ganz Europa den Mittelfinger zeigen und sich dann wundern, dass man keine Punkte bekommt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Deutschland der Realität immer weiter entrückt. Dieser Auftritt ist symbolisch hierfür.“ 

„Als Zuhörer bekam man den Eindruck man wäre ein KITA Kind das zu gutem Verhalten ermahnt wird.“ 

Die grauen Eminenzen der ARD, die diesen verlogenen Beitrag bevorzugen, dürften von gleicher hasserfüllter Gesinnung sein wie solche, die Oma als Umwelt- und Nazisau belächeln oder die einem Xavier Naidoo die Teilnahme am ESC verbieten, indem sie ihn als verschwörungstheoretisch, homophob, rassistisch und als antisemitisch diskreditieren.  Für diese anonymen, einflussreichen Experten der ARD – und nur für sie – folgender Spott-Tweet auf Twitter am Abend des ESC-Finale: 

Hitler is now the 2nd worse thing to come out of Germany. #Eurovision 

 

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Mittwoch, 1. Januar 2020

Was wenn Bushido oder Naidoo Kinder Soldatenlieder über Umweltsäue singen ließen…

Was der WDR als Kinderlied oder Schlager verkaufen soll, ist von der Funktion her bestenfalls als Soldatenlied einzuordnen. Nur in Soldatenliedern wird die eigene Gruppe als moralisch überlegen überhöht und andere Gruppen gezielt angegriffen und erniedrigt. Das Ziel ist Indoktrinierung und Scharfmacherei. 

Zu diesem Zweck wurde das musikalische Ausgangsmaterial komplett ins Gegenteil verkehrt. Es stammt aus den 20er Jahren von einer Generation, die 2 Weltkriege und 1 Inflation erleben mussten. Ihr Gassenhauer zeugte vom Galgenhumor einer desillusionierten, ausgebeuteten Generation: 

Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen
und die erste und die zweite Hypothek

Dem Volk die Lieder stehlen und sie mit verdrehtem Sinn gegen das Volk einsetzen 
Nur RT Deutsch hat im Text „Kinderchor und Umweltsau: „Satire“ als Treten nach unten“ gut herausgearbeitet, dass sich hinter dem Deckmäntelchen des Spaßes, des Guten und Wahren nur ein perfider Sozialchauvinismus verbirgt, der Gesellschaften und Individuen im Kern zerstört. Es ist die Taktik der emotionalen Ausbeutung, Plünderung, des Täuschungsmanövers und Etikettenschwindels. 

Man verzeihe mir Ironie und Polemik, aber nach 12 Jahren wird‘s langsam langweilig 
Seit 2008 gibt es diesen Blog und seit dieser Zeit setze ich mich mit globalistischer Identitätspolitik und der o. a. Strategie auseinander. Anlässlich der Kontroverse um die Oma als #Umweltsau möchte ich zum x-ten Mal meinen Vorschlag aus 2008 wieder aufgreifen: 

Bushido für Deutschland zum ESC 
Wenn es darum geht Schmuddelkinder und -personen mit Gossensprache ausfindig zu machen, traue ich Rappern mehr zu als den öffentlich-rechtlichen Sendern. Oder ist Schmuddelkind gar eine Beleidigung? Sind es vielmehr die Kinder der Vertreter des Guten, Wahren und Schönen? Das würde zwar zum holden Vorsatz der „Klimabotschaft“ passen, aber weder zur Wortwahl noch zum erbärmlichen Gesang. Die Kinder plärren trotz (oder wegen?) Chorleiter wie Dreijährige.

Mädchenchor ohne Migrationshintergrund 
Während Rapper wahrscheinlich eine Gruppe Jungs mit Migrationshintergrund zusammenstellen würden, scheint der WDR-Klimabotschafter-Kinderchor nur aus deutschen Mädchen zu bestehen, die – ich wiederhole mich – brav plärren. Ich kann mir vorstellen, dass Eltern aus anderen Kulturkreisen dem standardisierten Kindergeplärre nicht DIE Wertschätzung entgegenbringen, wie es den Deutschen nach dem 2. Weltkrieg abverlangt wird. 

Andere Kulturkreise scheinen der eigenen Gesangstradition die Treue zu halten. Hier das Beispiel eines 4-Jährigen aus Usbekistan. Er hat das Singen wahrscheinlich von Eltern und Großeltern gelernt, und auch wenn ich den Text nicht verstehe, gehe ich schlicht davon aus, dass er bei dieser Veranstaltung nicht über Großeltern als #Umweltsäue singt. 

German Angst ist angebracht 
Usbekistan ist ein autoritärer Staat. Im Gegensatz zu Usbekistan sind in Deutschland nach 2. Weltkrieg, Zusammenbruch der DDR und Demokratisierung die Autorität als Prinzip und personenbezogene Autorität offiziell verpönt. Das Beispiel #Umweltsau und WDR lässt allerdings durchblicken, dass Autoritätshörigkeit weiterhin erzwungen wird, und zwar durch anonyme Lobbygruppen, die alles und jeden beliebig vor sich hertreiben und aufeinander hetzen können. 

Erschreckenderweise gibt es nämlich niemanden beim WDR, der/die das eigene Handeln versteht und erklären kann. Sie scheinen selber erschrocken zu sein. Stattdessen meldet sich aus dem Hinterhalt eine Art Sprachpolizei, die diesen #Umweltsau-Dreck zu Gold erklärt und jeden als „rechts“ zu kriminalisieren versucht, der/die das nicht akzeptiert. Ein Mitarbeiter des WDR legte noch eins drauf, indem er die Omas als Nazisäue titulierte. 

Mit Sprachpolizisten kennen Rapper sich aus 
So manches Album landet auf dem Index weil „jungendgefährdend“. Ich gebe also bei youtube Bushido und Sonny Black ein, bekomme „Mitten in der Nacht“ angezeigt, klicke drauf und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. 



Warum sind Rap-Texte schräg und der Kinderchor nicht? 
2 Textbeispiele:

1. „Es ist 2014, Pöbelei via Twitter, du schwuler Spast singst immer noch „Cry Me A River“. 

2. „Grüße diese Opfer von der BILD und vom Berliner Kurier, diese Pisser schieben einen Hass auf mich als wär ich Hitler. Ich hab vier Kinder, Ehefrau und ficke eure Mütter.“ 

Journalistenverband und Linke verteidigen die Beleidigung der Oma als Umwelt- und Nazisau und erwarten vom WDR keine Argumente, sondern obrigkeitstreues Handeln in ihrem Sinn.  

Rhetorische Frage: Würden sie die Umwelt- und Nazisau auch verteidigen, wenn sie sich auf den „schwulen Spast“ oder den “Pissern von BILD und Berliner Kurier“ bezögen?



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Freitag, 8. März 2019

NDR führt seinen Eurovisions-Schlachtplan ad absurdum zugunsten „Frauenemanzipation“

Wäre der ESC wie Krieg, könnte man dem NDR das Unterminieren der eigenen Strategie und Bekämpfung der Interessen der Bevölkerung attestieren. Taktik? Inkompetenz? Ohnmacht? 

Mit Einbindung einer Datenanalysefirma, Data-Mining, Voting-Panel aus 100 zuvor gecasteten Fans, Beteiligung ausländischer Experten sowie Telefonvoting will der NDR beim Thema ESC Rationalität, Glaubwürdigkeit und Gerechtigkeit demonstrieren. Zusätzlich zur Zusammenarbeit mit der Musikindustrie soll intern ein Singer-Song-Writer-Camp Qualität garantieren. Wer nach diesem Eurovisions-Schlachtplan immer noch Befähigung der Interpreten, Güte der Lieder und das Voting-Ergebnis anzweifelt, darf offiziell als Verschwörungstheoretiker diskreditiert werden. 

Was verbirgt sich hinter Vielfalt und Mitbestimmung? 
Bis auf eine winzige Ausnahme der Interpretin „Lilly Among Clouds“ waren bei der Vorentscheidung am 22.02.2019 Lieder und Interpreten wieder kaum voneinander zu unterscheiden. Daraus folgt: Je mehr der Veranstalter den Fokus auf ausgefeilte Konzepte und Abstimmungsmodalitäten lenkt, desto monotoner sein Angebot und enger der Korridor des erlaubten Geschmackes. Dadurch wird der überstrapazierte Begriff der Vielfalt zur Worthülse und die Abstimmung zur Farce. 

Bezüglich der Abstimmungsfarce schoss gleich zu Beginn der Show der langjährige Kommentator Peter Urban den Bock ab. Er berichtet von seinem Traum in der Nacht zuvor, aus dem er kurz vor der Verkündung „der Sieger“ erwachte. Also nicht des Siegers oder der Siegerin. Freud‘sche Fehlleistung oder Absicht? 

Anspruch der Unterhaltung wird untergraben 
In vielen Rundfunkanstalten wird für den ESC intern über Lied und Interpreten entschieden. Genauso läuft es beim NDR, nur dass er dies mit großem Täuschungsmanöver zu vertuschen versucht. Würde das Täuschungsmanöver in einer guten Show versteckt werden, wäre es ok. Wenn aber bei jeder Vorentscheidung aufgebaute Erwartungen, Alltagserfahrung und Gerechtigkeitsempfinden irritiert werden, darf man Absicht vermuten. Diesjährige Beispiele: 

Von insgesamt 8 Kandidaten wurden 6 durch ein Trainee-Programm geschleust, als ginge es darum, bei der nächsten PISA-Studie eine Top-Position zu erlangen. Nur ausgerechnet die zwei, die am Ende gewinnen sollten, blieb diese Prozedur erspart. Und dann krönte man diese Nach-Nominierung auch noch mit dem besten Startplatz. 

Monatelang fühlt man jungen Bewerbern auf den Zahn, um dann kurz vor Schluss ad hoc 2 sich unbekannte Frauen zu einem Duo mit Namen „S!sters“ zu engagieren. 

Wochenlang ringen die Bewerber um Ideen und kreative Arrangements für Songs, um dann von einem Duo "S!sters" mit dem Lied „Sisters“ geschlagen zu werden. 

Monatelang wirbt man für ein Singer-Songwriter-Camp, um dann zur Deadline ein Lied aus der Schweiz einzukaufen, obwohl es musikalisch nicht besser ist als das übrige Angebot.  Das Lied „Sisters“ wurde zuvor dem für den ESC zuständigen Schweizer Rundfunk angeboten, der das Lied ablehnte und sich stattdessen für ein viel eingängigeres Lied entschied.  

Mangelndes Ehrgefühl, Boshaftigkeit oder Druck? 
Es ist grotesk, wie der NDR urplötzlich Schlachtplan, Promo-Arbeit, Experten, Trainingsprogramm, die 6 mühselig ausgewählten und gecoachten Interpreten und Liedwahl über Bord wirft, als handele es sich beim nachnominierten Song „Sisters“ um einen Gassenhauer. Mit dem unüberprüfbaren Voting, das allen Ernstes als „Demokratie“ verkauft wird, wird den gutgläubigen Gebührenzahlern mal wieder vorgegaukelt, die Mehrheit wolle das alles so. 

Dass der groteske Sinneswandel einige Tage später vor dem Portal Rolling Stone doch noch vom NDR gerechtfertigt wird, lässt zumindest auf Unsicherheit oder Scham schließen.  

Erst einige Tage später stellt sich Restverstand ein 
Vielleicht um das öffentliche Desinteresse an diesem „Gassenhauer“ zu vertuschen, kündigte der NDR am 01.03.2019 an, dass die Damen sich aus dem Social Media zurückziehen, um sich nicht verunsichern zu lassen. Reaktion eines Users: „Wenn man in aktuellen Umfragen bzw. bei etlichen Buchmachern auf Platz 21 liegt würde ich das auch tun, um mich nicht verunsichern zu lassen.“ 

Ablenkungsmanöver „Emanzipation“ passt zum Militainment der „Guten“ 
Das wäre die einzige Erklärung für die diesjährige Groteske und würde dem NDR – wie schon im Fall Xavier Naidoo – Ohnmacht bescheinigen. 

Als die „Guten“ müssen wir mit trivialem Eurovisions-Geträller simulieren, den Belangen von Frauen großes Gewicht beizumessen, obwohl in der konkreten Umsetzung das genaue Gegenteil stattfindet: 

Wenn 2 ahnungslose und unbedeutende Sängerinnen von Männern und Musikindustrie mit Floskeln wie „großartige Ehre der Repräsentation des Landes“ für ein nationales und internationales Gegeneinander angelockt werden, wenn Mann ihnen Duo-Partnerin, Lied, Performance, Kleidung und Medienkontakt vorschreibt, hat das nichts mit Emanzipation zu tun, sondern mit Etikettenschwindel, Infantilisierung, Ausbeutung, Fremdbestimmung und Publikumsverarsche.



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Montag, 5. März 2018

Der NDR versprach Eckiges, Lautes, Kantiges

... und errechnete Michael Schulte mit einem rührseligen Schmachtfetzen: Unglamourös, unprätentiös und ein bisschen harmlos.  Genau damit sei er der richtige Repräsentant der Deutschen, denn: „Wir sind keine Pop-Nation. Wir sind auch keine Unterhaltungskünstler. Wir tun uns verdammt schwer mit Leichtigkeit. Wir wollen weder anrühren noch mitreißen.“ 

Zu Asche, zu Staub 
Wenn man „wollen“ mit „dürfen“ ersetzt, kommt man der Sache näher. Ich behaupte, dass amerikanische Zuchtmeister keine Siege durch Extravaganzen genehmigen. Dass wir allerdings einst dazu in der Lage waren, scheint aus dem Bewusstsein noch nicht ganz verschwunden zu sein, wie beispielsweise der Film „Babylon Berlin“ andeutet. Erst seit Ende des 2. Weltkrieges heisst die Devise: 

Gut kopiert ist besser als schlecht erfunden 
So äußerte sich Ralph Siegel, fragt dann auch folgerichtig, warum für eine Kopie nun so viele ausländische Komponisten nötig waren und kritisiert nebenbei die ablehnende Haltung des NDR gegenüber deutschen Komponisten, Textern und Musikern. Siegel wundert sich über deren Ergebnis: „Dass man dazu vier Autoren braucht, um ein persönliches Lied über den Tod seines Vaters zu schreiben, ist mir ein Rätsel und man wollte doch mal originell und authentisch sein." 

Geschmacksdiktatur und simulierte Abstimmungen

 

Auch Ungarn lässt über Vaterverlust singen, aber das ohne Unternehmensberater, Algorithmen und mathematische Formel, dafür aber laut, eckig, kantig und in ungarischer Sprache.

Im Falschwörterbuch des Neoliberalismus sind Länder wie Ungarn rassistisch, faschistisch, Diktatur. Schulte hingegen ist „authentisch“, obwohl er in der Realität 0815 ist. Aber deswegen auf Schulte herum zu hacken wäre unangebracht, denn er ist nicht schlechter als 100 Millionen andere „einzigartige“ Superstars, die Tag für Tag am Nasenring durch Conteste gezogen werden. 

Michael Schulte ist nicht schlechter als die meisten Eurovisions-Teilnehmer 2018. 

 

Absurdität des ständig Neuen stößt an Grenzen 
Früher wurde das stets Neue gesucht, gefunden und gepriesen, das sich dann wie von selbst seinen Weg in Charts und an die Spitze der Wettbewerbe erkämpfte. Seitdem es seit 30 Jahren im Westen nichts Neues mehr gibt, sind anstelle der Stars die Methoden zum Aufbau von Stars wichtiger geworden. 

Ratings, Rankings, Votings, Castings, Conteste, Awards… 
sind nicht mehr als Recyclingprogramme, um den Verlust an Ideen, Originalität und Akzeptanz als zu vertuschen und eine Fassade der Freiheit und Vielfältigkeit als Sensation verramschen zu können. Das erklärt, warum der NDR dieses Jahr 99% für die Methode und 1% für den Beitrag aufgebracht hat. Nicht Michael Schulte, sondern die Voting-Methode beweist, dass Michael Schulte alles ist, was man sich nur wünschen kann und dass die Mehrheit zufrieden gestellt ist. 

100 geprüfte Eurovisions-Klatscher, Abreifer und Möchtegerne-Stars als „internationale Experten-Jury“, eine auf „westliche Fassaden-Werte“ abgerichtete devote rechte LGBT und abhängige Medien stehen bei Fuß und freuen sich, dass sie es richten dürfen. Sie müssen uns nur die Zahlen eines noch nie kontrollierten Privatunternehmens namens DIGAME als wissenschaftliche Ergebnisse schön reden – und schon ist gerade das Unglamouröse, Unprätentiöse und Harmlose alles, was Deutsche sich seit je wünschen (dürfen).

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Samstag, 18. November 2017

Mit metrischen Fans deutsche Troll-Fabrik à la Putin für die Eurovision?

Habe mir am 10.11.2017 in Berlin die ESC-Road-Show angesehen, bei der Thomas Schreiber (ARD Koordinator Unter-haltung), Christoph Pellander (NDR/Head of Delegation) und Daniel Korany (Simon-Kucher & Partners) mithilfe einer Präsentation und eines Kurzfilms das neue Verfahren beim ESC Vorentscheid 2018 erklärten. Man setzt dabei vor allem auf die Leistungen von Mass-Calling-Unternehmen, Datenanalysefirmen und Telekommunikationsindustrie.  

Bei Formulierung meiner provokativen Überschrift bemerke ich, dass ich hadere, etwas Kritisches zu schreiben, wenn ich statt Texte zu lesen die Menschen leibhaftig während der Präsentation ihrer Konzepte erlebt habe. Zum einen war die Atmosphäre in der schönen Dachlounge des rbb ausgesprochen angenehm. Auch Sympathie und Empathie schlichen sich ein. Wer wollte dem NDR nach Jahren der Niederlagen nicht mal wieder einen Erfolg gönnen? Aber dann kommt mir in den Sinn, ob die freiwillige Zurücknahme von Kritik nicht auch wieder Kalkül ist… Vor allem, wenn man mit einem Top-Down-Konzept überrumpelt wird, bei dem es um Einbindung von gecasteten Fans in fest reglementierte Prozeduren geht, welche mit Nähe zu Stars und Organisatoren und wahrscheinlich viel kumpelhaftem Geduze Abgrenzung erschwert und emotionale Ausbeutung begünstigt. 

Betroffenes und engagiertes Grübeln 
Eins ist klar: Vor 25 Jahren wäre diese Veranstaltung in der rbb-Bar ein amüsantes Erlebnis geworden, in der Schwule gewitzelt und gelästert und Transvestiten sich besonders ausgefallen präsentiert hätten. Wahrscheinlich wäre sogar Musik erklungen. 

2017 fanden sich ca. 15 ernsthaft interessierte und skeptische Fans zusammen, die als Eurovisionswächter, Musikpolizisten und Toleranz-Blockwarte angesprochen wurden. 

Zusätzlich waren ca. 35 zufällig anwesende Bar-Gäste in der Dachlounge. Als ich die Irritation in deren Gesichtern sah, taten mir die Eurovisionsmänner fast leid. Sie sortierten, werteten und besprachen ihre jahrelang gesammelten trockenen Datenmengen zum Telefonvoting, Juryvoting, zu Ratings und Rankings, nur um zu erklären, wie eine Abstimmung organisiert werden muss, damit ein ESC-Sänger und ein 3-Minuten-Pillepalle-Musikstück ermittelt werden, mit denen man beim ESC 12 Punkte bekommt. Ein ahnungsloser Gast fragte mich schließlich kurz vor Schluss: 

Ist das hier eine Betriebsversammlung? 
Eine Betriebsversammlung, bei der betriebsfremde Menschen in ihrer Eigenschaft als Homosexuelle und in ihrem Hobby Eurovision angesprochen werden, damit sie sich für Belange von privater EBU, Rundfunk, Datananalysefirmen, Musik- und Telekommunikationsindustrie engagieren. Von 15000 Bewerbern will die Datenanalysefirma durch intensives Auswahlverfahren 100 Fans ermitteln. Oder muss ich schreiben „zurück gewinnen“? Neben ahnungslosen Nachwuchs-Fans eben auch jene echten ESC-Fans, die man seit 1998 mit schadenfreudigen Polarisierungs-Strategien und Zensur verprellt hat? 

Die 100 ausgewählten Fans werden nicht nur online abstimmen, sondern müssen zu gegebener Zeit auch Vor-Ort-Termine wahrnehmen. Die Reisekosten sollen - glaube ich - erstattet werden, aber von Verdienstausfällen oder Vergütungen wurde nicht gesprochen, womit ich wieder bei der emotionalen Ausbeutung wäre… Und ich gehe davon aus, dass diese 100 auch im Social Media die Werbetrommel rühren werden, und das nicht mit Accounts von NDR, Digame oder Telekom.

Im Gegensatz zu vorangegangenen Meldungen sollen diese 100 ausschließlich Deutsche sein, nun mit der Begründung, dass das deutsche Televotingergebnis fast deckungsgleich mit dem europäischen Endergebnis ist. Nanu! Im krassen Gegensatz zur Abstimmung bei der deutschen Vorentscheidung, wo sie ständig „falsch“ wählen und verlieren, wählen Deutsche also beim ESC repräsentativ? Einen besseren Beleg für die Unsinnigkeit des neuen Konzeptes hätte der NDR nicht bringen können. 

Solange die Qualität der Auswahl gedrosselt wird, hat der Wähler keine Chance 
Ich befürchte, dass das den auserwählten Teilnehmern vor lauter Euphorie egal wird. Wer überhaupt an solche Abstimmungsmarathone interessiert ist, wird sich ohnehin kaum ein Lied länger als 15 Sekunden anhören. Bei manchen wird es sogar egal sein, ob über Automarken, Steichelzoo oder Musik abgestimmt wird. 

Dass mir bei diesem Top-Down-Konzept schließlich die Bezeichnung “Putin‘s Trollfabrik“ einfiel, war auch der Tatsache geschuldet, dass man selbst bei diesem Zusammentreffen ohne Seitenhiebe auf Russland nicht auskam.

Widersprüche und Kritisches zum neuen Konzept 

Viele Länder entziehen sich der Abstimmung 
Beklagt wurde, dass es europaweit zu wenige Anrufer gibt, so dass die Abstimmungen in vielen Ländern nicht als repräsentativ herangezogen werden können. Mit der Feststellung, dass sich die Teilnahme am Telefonvoting überwiegend auf die westeuropäischen Kernländer der Eurovision beschränkt, wurde immerhin (m)eine Verschwörungstheorie zur Realität erklärt: Dass nämlich seit einigen Jahren die Anrufe aller Länder addiert werden, hat nichts mit Spannungsaufbau, sondern ausschließlich mit mangelndem Interesse zu tun.  

Gründe sieht man darin, dass in vielen Ländern das Telefonvoting nicht sehr verbreitet und darüber hinaus sehr teuer ist. Damit wird aber unterschlagen, dass viele westeuropäische Telefonvoter nur mit Gewinnen von Geld, Autos, iPhones, Reisen etc. ans Telefon gelockt werden. Zudem unterschied man zwischen Interesse am ESC und am Telefonvoting, was aber nicht weiter belegt wurde. Es könnte sich ja auch um ein generelles Desinteresse handeln. 

Was sagen die Digame-Statistiken über europäische Telefonvoter aus? 
Der Kern bestehe aus „jungen, Party-affinen, homosexuellen, toleranten Menschen“. Bissig formuliert wäre das nun also die betrogene Gruppe, die lt. Medien von den erfolgreichen russischen, türkischen, slawischen oder armenischen Diasporas jahrelang überstimmt und „beschissen“ wurde. 

Das Adjektiv tolerant wurde erstmals 2013 in Bezug zu sexuellen Vorlieben und Aussehen von Conchita Wurst strapaziert und weist darauf hin, dass eben nicht nur Musikgeschmack, sondern tatsächlich Einstellungen und Verhalten gemessen bzw. konditioniert werden. Konditionierung zum einen, indem die Kunstfigur Wurst schon seit Jahren in einem Negativbezug zu Russland gesetzt wird. Konditionierung findet auch im Unausgesprochenen statt: Die Eigenschaft der Toleranz wird positiv besetzt und impliziert, dass die Masse der europäischen Anrufverweigerer einer nicht akzeptablen Intoleranz zugeordnet wird. 

Mit Worthülsen wird den deutschen Homosexuellen und rechten LGBT ein hegemonialer Habitus antrainiert 
2016 wurde Europa belehrt, dass „Toleranz“ aus humanistischer Sicht schnell zum Etikettenschwindel werden kann. Es gewann nämlich nicht der „tolerant angeschwulte“ Beitrag aus Russland, sondern ein schwerfälliges Lied über Stalin eines ukrainischen Schreihalses. Hier demonstrierten die Juroren größtmögliche Toleranz gegenüber inhumane militärische Anliegen der NATO und Intoleranz gegenüber Russlands Interessen. 

Auch Putinphobie wurde während der Präsentation gepflegt, z. B. als es um die Begründung zur Beliebtheit von Conchita Wurst im intoleranten, homophoben Russland ging. Von russischen Telefonvotern wurde sie 2014 auf den 1. Platz und von russischen Juroren auf immerhin den 2. Platz gesetzt. Erklärung: Es handele sich um Anrufer aus den Ballungsgebieten Moskau und St. Petersburg, und diese Städte repräsentieren nicht „Putins Russland“. Ist das so? Oder biegt man sich für Abstimmungsfakes nur passende Erklärungen zurecht? 

Wie Ratten im Versuchslabor 
Für Verhaltensforscher sicherlich interessant zu untersuchen, unter welchen Bedingungen sich Menschen immer bereitwilliger beliebige und unglaubwürdige Abstimmungen und PR-Märchen nicht nur schön reden, sondern auch noch vehement gegen „Intolerante“, „Ungläubige“ und „Verschwörungstheoretiker“ verteidigen, ohne auch nur einen einzigen Beleg für die Korrektheit der Zahlen vorweisen zu können. 

Das schlechte Abschneiden Deutschlands der letzten Jahre  
erklärte Thomas Schreiber damit, dass die Musikindustrie falsch vorbestimmt hätte, dass er in Gremien überstimmt worden war, dass Mitarbeiter nicht umgestimmt werden konnten, dass eine anonyme Öffentlichkeit verstimmt gewesen sei, dass Komponisten ihm nicht zugestimmt hätten, dass das Publikum falsch abgestimmt hätte… Eine überzeugende Ausgangsposition für nun noch mehr Abstimmungen bot er damit nicht. 

Und solange es keine Transparenz darüber gibt, wer über wen und was in den Hinterstuben der Rundfunkhäuser und Datenanalysefirmen bestimmt, traue ich den Konzepten und Statistiken auch weiterhin nicht.


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Sonntag, 11. Juni 2017

Ziegenficker und Nazischlampen fordern beim ESC KONSEQUENZEN-FUER-RUSSLAND-UND-DIE-UKRAINE

Ist das Satire oder kann das weg? 

Als Wettbewerbsteilnehmer ist die ARD beim Eurovision Song Contest eine Null 

Erfolgreich ist sie nur, wenn sie am Rand des Spielfeldes auftaucht, auf ein unseriöses Regelwerk pocht, Nicht-Nato-Länder diskreditiert und die Zuschauer – bildhaft gesprochen - animiert, deren Kandidaten mit Steinen zu bewerfen. 

Das drückt eine Pöbelhaftigkeit und Parteilichkeit aus, wie man sie auch beim belobhudelten Ziegenficker-Böhmermann und Nazi-Schlampen-Ehring vorfindet. Unterwürfig und parteilich steigen sie immer nur auf bereits fahrende Züge. Ihr dauerndes Nachtreten soll uns als westlicher Wert, walhweise als Satire, Moral oder Recht untergejubelt werden. 

Die alljährliche Russlandhetze beim ESC feiert dieses Jahr die 10. Auflage!  
Es wird müßig, sich die eingefädelten Anlässe und Schikanen in Erinnerung zu rufen bzw. auf die neuen Schikanen, die in der nächsten Woche preisgegeben werden, noch einzugehen. Diaspora-Voting, Blockvoting, gekaufte Stimmen, Manipulation, Schwulenfeindlichkeit, Regelbrüche usw. usw. 

Eher stellt sich die Frage, wieso die angegriffenen Länder das so lange mitmachen. Genau wie die Türkei hätten auch Russland, Serbien, Weissrussland und Aserbaidschan 2012 entspannt aussteigen können. Meine Vermutung: 

Man bestätigt den Verblendeten ihr verkommenes Weltbild solange, bis sie sich mit Ziegenficker-, Nazi-Schlampen- und Schwulen-Propagandisten moralisch und intellektuell selber hingerichtet haben. 

Und dann kann das entweder neu oder weg.


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Samstag, 13. Mai 2017

Levina nutzte die Zeit vor dem ESC in Kiew - vergeblich oder mit Erfolg?

Da Deutschland beim ESC bekanntlich ein Abo auf den letzten Platz hat, ist die Karriere der Damen, die sich als Prellböcke zur Verfügung stellen, bereits beendet, bevor sie eigentlich begann, nämlich mit dem ESC-Finale. Meist kommen sie aus dem Nichts, liefern vor dem ESC ein paar flaue Schlagzeilen und verschwinden dann wieder von der Bildfläche. 

Über einen letzten Platz in Folge würde sich 2017 kaum noch jemand wundern 
Wenn ich die Aktivitäten, Facebook-Eintragungen und Marketing-Texte der deutschen Delegation der letzten 2 Wochen in Kiew an mir vorbei rauschen lasse, wundere ich mich über deren unermüdlichen Fleiß, denn dieser steht in keinem Verhältnis zu den seit Monaten bekannten Umfrageergebnissen, den Wettquoten und den Einschätzungen aller Fans und Konsumenten. Die sehen Levina abgeschlagen am Ende des Rankings. Seit Kiew wird zusätzlich zum belanglosen Lied auch das Amisch-Outfit von Levina, ihre Oma-Haarfrisur und ihr graues Bühnenbild kritisiert. Statt das belanglose Lied aufzuwerten, hat man quasi noch eins drauf gesetzt. 

Und dabei ist Levina die erste deutsche Vertreterin, die sich den üblichen Eurovisions-Promo-Aktivitäten mal nicht entzogen, sondern sogar eine Tour durch Europa gemacht hat. So trat sie bei den Promo-Pre-Event-Shows in London, Israel und Amsterdam auf – und machte ihre Sache sehr gut. Aber auch dabei gab es zwei Haken: 

1. Celebrate Conformity auch in der Vermarktung 
Bislang hatte ich diese Pre-Event-Shows gerne mitverfolgt. Es war wie das Stöbern in der Regenbogenpresse beim Frisör. Bedauerlicherweise hat sich auch hier ein Schematismus eingestellt, der nur noch Langeweile erzeugt. Immer die gleichen Abläufe, die gleichen Interviewer, immer die gleichen Fragen, die gleichen stereotypischen Antworten, das gleiche Gehabe. Alle werden nach dem gleichen stromlinienförmigen Profil vermarktet – und müssen zudem auch noch jedes Jahr Friedensbäumchen pflanzen in Israel. 

2. Celebrate Conformity mit dem Militär 
Interessanter wird es, wenn ich mir die Länder anschaue, die die deutsche Levina vor dem ESC besucht hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der NDR sich das allein ausgedacht hat. Zu den Ländern zählen Georgien, Armenien, Mazedonien, Albanien, Ungarn. Da kann ich nur noch polemisch fragen: War sie etwa als Botschafterin der NATO unterwegs? 

Wie an den youtube-Clips zu sehen ist, hat Levina auch in diesen Ländern einen guten Eindruck hinterlassen. Zudem hat die Ukraine bewiesen, dass die Zusammenarbeit mit der NATO beim ESC erfolgsversprechend ist. Vielleicht darf die deutsche Delegation in Kiew mit Levina nun doch noch auf ein paar Punkte und eine bessere Platzierung hoffen…?


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Freitag, 17. Februar 2017

Statistiken und ESC-Fahrpläne für Züge, die niemals abfahren werden

Deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2017: Schwache Show, schwache Kandidaten, 2 Durchschnittslieder und kaum jemanden hat es interessiert. Hand auf‘s Herz: In Anbetracht des politisch-militärischen ESC-Schwindels ist diese Bescheidenheit nicht unangebracht. Wer soll das alles noch glauben? Da bastele man lieber an der eigenen Unscheinbarkeit, bevor jemand genauer nachfragt. 

Der letztjährige Siegertitel war dermaßen konsequent am Musikmarkt vorbei produziert, dass sich bereits 1 Tag später niemand mehr an ihn erinnerte. Und dafür soll das europäische Party-Publikum massenhaft angerufen haben? Weil sie angeblich Russland in die Fresse treten wollten? Weil sie angeblich von Schlagzeilen über Ukraine, Krimkrieg, Donbass und Maidan nicht genug bekommen können? LACHHAFT, aber genau diese Kriegshetze ist der Rahmen für die Promotion der Popmusik. 

Gute Miene zum bösen Spiel 
Mit einer Abstimmungsorgie kuschte man vor der Telekommunikationsindustrie. Was dabei herauskommt, ist Klappsmühle: 

  • Erst sangen 5 Kandidaten 5 Coversongs, dann wurde abgestimmt. 
  • Daraufhin sangen nur noch 3 Kandidaten die 1. ESC-Auftragskomposition, dann wurde abgestimmt. 
  • Nun sangen die verbliebenen 2 Kandidaten die 2. ESC-Auftragskomposition, dann wurde abgestimmt. 
  • Als Ergebnis blieb 1 Interpretin für 2 Auftragskompositionen, dafür wurde abgestimmt. 

Zwischendurch wurden Abfrageergebnisse und Statistiken aus dem europäischen Ausland vorgeführt und so getan, als sei dies die Meinung unabhängiger Fans. Da es sich allerdings um gebundene und gelenkte Konsumentengruppen handelt, haben diese Statistiken 0 Aussagewert. 

Brav kuschelte man mit transatlantischen Interessengruppen, indem man aus 2000 meist aus Deutschland eingereichte Stücke ausgerechnet 2 US-Kompositionen (Tantiemen!) auswählte. Das Siegerlied klingt dennoch nach volkstümlichem Schlager à la Helene Fischer, aber nur weil es in englischer Sprache gesungen wird, soll es repräsentativ für die aktuelle internationale Popmusikszene sein… Dass kurz darauf auch noch Plagiatsvorwürfe laut wurden, krönt das geduckte Theater. 

Celebrate Diversity! Mit 45 unbeschriebenen Rampen-Säuen und ihren US-Durchschnittsliedern in englischer Sprache 
Alle europäischen Teilnahmeländer „finden“ vorschriftsmäßig zufällig ein US-Radio-Mainstream-Lied. Angesichts Open-Society-Privilegien und europäischer Wahnsinnstoleranz die totale Selbstverleugnung, nichts Europäisches, bislang nicht mal ein „Refugee-Welcome-Star“ am Start. 

Die Notwendigkeit eines solchen Klappsmühlentheaters weist darauf hin, dass die amerikanische Vormachtstellung in der Popmusik nicht mehr selbstverständlich ist. Ob mit militärischer Unterstützung was zu retten ist, bleibt unklar; der ukrainische Siegertitel „1944“ von Jamala hatte zumindest keine Ohrwurmqualitäten.

Im Folgenden die wie eine unausgesprochene Drohung im „Spiegel“ aufgezählten willigen Vollstrecker, die die deutsche Eurovsionsdampflok Levina mit ihrem Perfekten Leben zur Traumkarriere in die USA – pardon – in die Ukraine schicken: 

  • NDR: Thomas Schreiber, Leiter des NDR Programmbereichs Fiktion & Unterhaltung und ARD Unterhaltungskoordinator 
  • NDR: Carola Conze, ESC Head of Delegation Germany 
  • rbb: Aditya Sharma, Leiter der Musikredaktion beim Radio-Jugendprogramm „Fritz“ 
  • Raab TV: Produzent Jörg Grabosch (gleichzeitig Geschäftsführer Brainpool) 
  • Raab TV: Claudia Gliedt, Leiterin der Musikredaktion 
  • Musikalische Experten: Wolfgang Dalheimer, musikalischer Leiter der Show und Chef der Show-Liveband 
  • Willi Ehmann (Senior Vice President Domestic Sony Music GSA) 
  • Henrik Gümoes (Director A&R AOR-Labelgroup) 
  • Manfred Rolef (Vice President AOR-Labelgroup) 

  • An der Auswahl der Songs waren zudem die Produzenten der beiden Songs beteiligt: für “Wildfire”: Swen Meyer (u.a. Tim Bendzko, Lena, Tomte, Kettcar, Dick Brave) 
  • für “Perfect Life”: Roland Spremberg (u.a. a-ha, Helene Fischer (!), Unheilig, Roger Cicero, The Baseballs)
  • Das Team hinter Siegerlied "Perfect Life", drei Songwriter aus den USA, und zwar Lindy Robbins (wirkte an großen Hits von den Backstreet Boys ("Incomplete"), David Guetta ("Dangerous") und Jason Derulo ("Want to Want Me") mit; ihr Kollege Dave Bassett war einer der Autoren von Elle Kings Hit "Ex's & Oh's"; die Dritte im Bunde, Lindsey Ray, schrieb Songs, die von Demi Lovato und Mariah Carey interpretiert wurden.

Donnerstag, 14. April 2016

Israel Calling als neues Promo-Event - Deutschland glänzt wie immer mit Abwesenheit

Vom 11.04.16 bis 13.04.16 zeigte sich Tel Aviv zum ersten Mal als Gastgeber eines Promo-Events für den Eurovision Song Contest. Unterstützt wurde die Veranstaltung von den Ministerien für Tourismus und Auswärtige Angelegenheiten sowie von der Stadt Tel Aviv. Angemeldet hatten sich prompt 20 Teilnehmer des diesjährigen ESC. Es wurde den Stars Einiges geboten, aber auch Einiges abverlangt. 

Neben Live-Auftritten in Club-Atmosphäre, zahlreichen Interviews, Pressekonferenz und Roter Teppich musste jeder Teilnehmer bei regnerischem Wetter ein Bäumchen pflanzen für den neuen Eurovisions-Wald. Dafür gab es Restaurant- und Kneipenbesuche, Stadtrundfahrten durch das alte Jaffa und Tel Aviv so wie eben ein Besuch des Waldes vom JNF-KKL, des Jüdischen Nationalfonds

Die Dokumentationen von und für Fans haben großen Unterhaltungswert! 
Teilgenommen haben Sergey Lazarev (Russia) Amir (France) Sanja Vucic ZAA (Serbia) Freddie (Hungary) Agnete (Norway) Poli Genova (Bulgaria) Donny Montell (Lithuania) Michal Szpak (Poland) ZOË (Austria) Samra (Azerbaijan) Joe and Jake (United Kingdom) Jüri Pootsmann (Estonia) Ovidiu Anton (Romania) ManuElla (Slovenia) Sandhja (Finland) Eneda Tarifa (Albania) Rykka (Switzerland) Lidia Isac (Moldova) Ivan (Belarus) Hovi Star (Israel).

Grundsätzlich wird bei diesen Events der Ball noch flach gespielt, denn sie sind vor allem für und von Newcomer und Fans, insofern sind die Rollen zwischen Fans und Stars mitunter kaum zu unterscheiden. Dadurch hat vor allem der israelische Vertreter Hovi Star, der zunächst durchfiel, ausgesprochen viele Sympathiepunkte bekommen.  Eine gute Zusammenstellung aller Promo-Events, Live-Auftritte, Interviews etc. findet man auf der Youtube-Seite von ESCKAZ. 

Jamie-Lee aus Deutschland auch in Israel nicht dabei 

Während sich andere Stars diesen Herausforderungen stellen und den Fans damit das eine oder andere unterhaltsame Video liefern, kommt von Jamie-Lee nicht mehr als „ich und mein Outfit, ich und mein Album, ich und mein Backgroundchor, ich und meine Berater, ich und meine tiefsinnigen Gedanken ich ich ich…“ Ihre über 30 Berater haben beschlossen, dass sie sich nicht überanstrengen soll. Das tut sie nun weder bei Auftritt noch bei Promo wahrhaftig nicht! 

Vorgetäuschte Fürsorge und Popularität kaschieren militärische Zwecke 
Man muss nur den Bezugsrahmen eng fassen und von außen auf Deutschland schauen, dann wird es überdeutlich: Wir Deutschen und unsere Stars werden in einem Goldenen Käfig zur narzistischen Selbstbespiegelung angehalten. Beschränkte Star-Promotion führt Stars und Publikum auf die falsche Fährte und isoliert. Um so bereitwilliger lässt man sich einen hegemonialen Habitus antrainieren, mit dem Vorurteile gepflegt und auf alles eingehauen wird: Russland, Weissrussland, Aserbaidschan, neuerdings Türkei… (der Fall Böhmermann ist nichts anderes) 

Spätestens seit dem ESC in Aserbaidschan ist klar, dass unsere Medien selbst bei den abwegigsten Themen von militärischen Interessengruppen zensiert und gelenkt werden. Mit einer bis dahin nicht vorstellbaren brutalen Hasskampagne gegen Teilnehmerland und Konkurrent Aserbaidschan wurde Deutschland innerhalb der Eurovisions-Gemeinde völlig isoliert. Der junge Casting-Star Roman Lob musste bei jeder sich bietenden Gelegenheit Negativ-Statements zu Aserbaidschan abliefern, die man ihm dann ohnehin nicht abkaufte. Denn was wussten wir denn schon darüber, wenn alles nur noch Propaganda und Hetze ist.

Während der NDR seine Eurovisionsseiten nur noch dem damaligen Menschenrechtsbeauftragten Markus Löning (FDP) für politische Statements zur "undemokratischen Lage" und zur "Pressezensur in Aserbaidschan" zur Verfügung stellte (leider werden die Seiten und Videos nach den Kampagnen gelöscht), alamierte uns das bekannteste Newsportal ESCKAZ am 24.04.2012: „Roman Lob is the only Eurovision artist who has totally rejected all proposals for Eurovision related interviews this year, handpicking only the couple of German media plus appearing at local TV and radio.“

Und dann wurde in Baku alles ganz anders.



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Donnerstag, 18. Februar 2016

Deutsche Vorentscheidung 2016 - Avantasia "Viel Spaß! Wir geben Vollgas…"

Obwohl Metal nicht das bevorzugte Genre von ESC-Fans ist, scheint Avantasia mit dem „Mysterium einer blutenden roten Rose“ unter Hardcore-Fans bislang der Favorit zu sein. Man erfreut sich an der Unsinnigkeit des Textes, an der Unbefangenheit des Sängers, an seiner Popularität und hofft auf eine unverfängliche und glamouröse Performance.



Obwohl der ESC nicht der bevorzugte Anlass eines Auftritts für Avantasia alias Tobias Sammet ist, scheint er sich langsam mit diesem Wettbewerb anzufreunden. Auf T-Online: „Ich habe gerade gehört, dass "Waterloo" von Abba tatsächlich mal dabei war und gewonnen hat. Kein Wunder, das Stück ist super - wie alles von Abba.“ Da konnte ja immerhin mal eine gewaltige Bildungslücke geschlossen werden. 

Auf seiner Website schrieb Tobias Sammet am 12.01.2016: „Die Sklaventreiber meiner Plattenfirma fragten mich, ob wir am Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teilnehmen möchten. [...] Jedenfalls kam es mir erst mal nicht so naheliegend vor, so was zu machen und sich mit anderen in Sachen Kunst zu 'messen'. […] Egal, unter'm Strich müsste man als Musiker schon ziemlich bescheuert sein, wenn man sich so eine Möglichkeit entgehen lässt: Drei Minuten um Millionen musikinteressierten Menschen zu zeigen, dass es so was wie uns gibt? Das lass ich mich doch nicht zweimal fragen! WO GEHT'S ZUR BÜHNE?“ 

Das Argument mit dem „Auftritt vor Millionenpublikum“ ist für ESC-Fans etwas abgenutzt. Ähnliches konnte man in den Vorjahren schon bei Unheilig, La BrassBanda, Santiano oder Laing auf facebook mitlesen. Statt vor Millionenpublikum versickerten deren Ambitionen bereits nach zweifelhaften Votingprozeduren vor einem deutschen Nischenpublikum. 

Es wäre schade, wenn es dieses Jahr auch wieder so läuft.


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Sonntag, 19. Februar 2012

Merci Baku – „Standing Still“ abekupfert vom aserbaidschanischen Siegersong „Running Scared“

Man nehme Melodie und Rhythmus von Running Scared und singe es mal bei Standing Still von Roman Lob mit. Passt perfekt! Selbst zwischen den zwei Liedtiteln bestehen ja schon Korrelationen.

Dass sich Poplieder leicht ähneln, ist klar. Dass auch mal Anleihen bei anderen Liedern gemacht werden auch. Aber dass einer professionellen Jury bei der Casting-Show „Unser Star für Baku“ die Ähnlichkeit ausgerechnet mit dem Siegersong des vorangegangenen Jahres aus Baku nicht auffällt, ist schon merkwürdig.

Lieber bejubelt man unermüdlich einen Medienstar wie Raab mit seinem vielbeschworenen Sinn für Trends, Musik und Stars, hebt die geballte "Qualität" der Kooperation ARD mit der Privatwirtschaft hervor, um dann in wochen- und abendfüllenden einschläfernden Casting-Shows einem Buben ein Lied zu ermitteln, dass ausgerechnet dem Siegersong des Vorjahres verblüffend ähnelt... Für die Aserbaidschaner fürwahr eine Lachnummer!

Dass das niemanden auffallen will, beweist erstens, dass sich in Deutschland kaum noch jemand für Raab & Co. interessiert (Quotenflop) und dass zweitens die deutsche Journaille werbende Pressemeldungen vor Veröffentlichung nicht mal mehr überprüft. Auch eine Art der Pressefreiheit...




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Mittwoch, 17. Februar 2010

USFO: „Deine schiefen Töne…

… führe ich auf deine Interpretation zurück“ oder „Gott sei dank kennt keiner deine Vorlage, denn das Lied war nicht mehr wieder zu erkennen“. (S. Raab sinngemäß in der Sendung v. 16.02.09)

Prinzipiell schließe ich mich der wohlwollenden Haltung der Frankfurter Rundschau vom 17.02.10 an:
„Die Sänger haben einen eigenen musikalischen Willen, ein individuelles Styling. […] Die 18-jährige Abiturientin Lena Meyer-Landrut trug großartig verkünstelt den Song "Diamond Dave" von The Bird And The Bee vor, wobei sie nicht bloß sang, sondern kiekste, hauchte, hechelte, quietschte. Ein schräg verhuschter Auftritt, weit weg vom Mainstream.“
Solche Urteile mögen unser positives Grundgefühl gegenüber einer gut gemeinten Sendung verstärken, werden aber auf internationaler Bühne niemanden beeindrucken.

Kieksen, hauchen, hecheln, quietschten, schiefe Töne, lässige Haltung
und Straßenkleidung kann man mit Eigensinn schön reden, aber fehlende Atemtechnik und Kondition z. B. nicht.
Ich wette, dass keiner der Kandidaten vom 16.02.10 ein 4-strophiges Lied fehlerfrei – ohne eigene Interpretation! - durchhält, wie es jeder dörfliche Kirchenchor verlangt. Bereits nach 30 Sekunden wenden sie ihren Blick von der Kamera, drehen sich zur Seite oder krümmen sich. Beim Wiederaufrichten wird Luft geholt, um dann den nächsten Ton anzupeilen, der dann doch nicht getroffen wird (Christian). Es wird um Luft und Töne gerungen, wenn gar nichts mehr geht, wird der Text einfach zu Ende "gesprochen" (Lena). Über diese Schwächen können auch kleine Pferdchensprünge und böse Blicke von der Seite nicht hinwegtäuschen usw. usw. usw.

Ich frage mich, ob die Macher und Kandidaten von USFO überhaupt wissen, auf was sie sich da einlassen. Auf einer internationalen Bühne, wo selbst noch einem Profi wie Malena Ernman während der 3 Minuten beim Part „natürlicher Gesang“ die Stimme wegkickt, werden unsere total „unverbrauchten“ Kandidaten nach der ersten – wahrscheinlich überflüssigen - Probe (ist ja ohnehin alles Interpretation, Eigensinn) mit ihrer naiven Haltung Verachtung auf sich ziehen.


Hier nur mal zur Erinnerung ein internationaler Maßstab für „musikalischen Willen und individuelles Styling abseits vom Mainstream":





Überhaupt sind die Kandidaten für meinen Geschmack ihrem Typ entsprechend falsch gecastet. Christian, der kumpelhafte Wuschel-Typ von nebenan, taugt eher für einen Auftritt mit Band. Aber für einen Solisten beim Hochglanz-Grand-Prix braucht man gerade als Mann jede Menge Schneid, und das hat kaum einer der Kandidaten. Und der „unverbrauchte“, fast ängstliche Blick der meisten Sängerinnen soll ein Millionenpublikum überzeugen? Nichts gegen Live-Orchester, aber bei der dritten Sendung hätte ich mir und den Kandidaten einen anderen Sound gewünscht, schließlich bleibt ihnen für den ESC nicht mehr viel Zeit zum Üben.

"Dieser Hang zum Konsens lässt die Show recht zäh werden -
zumal sich die Zuschauer bei Pro-Sieben durch viele Werbepausen quälen müssen. [...] Manchmal erschlafft der Spannungsbogen bei "Unser Star für Oslo" und alle labern plötzlich ein bisschen zu viel." (FR) Da hat man offensichtlich die falschen Prioritäten gesetzt. Dieses wochenlange Ringelpiez mit Anfassen führt zu nichts.
Es wäre meiner Meinung nach klüger, auf einen Teil der noch ausstehenden Shows zu verzichten, ein/e oder mehrere Kandidaten und das Lied festzulegen, damit es ordentlich eingeübt und den Möglichkeiten – pardon: dem Eigensinn - der Kandidaten/innen entsprechend optimiert und angepasst werden kann.

Ich fühlte mich jedesmal erleichtert, wenn die Werbepausen mit stupider, eingängiger aber flotter Musik, schrilleren Farben und schnelleren Schnitten einsetzten. Selbst Werbespots erscheinen mir bodenständiger und realistischer als diese Sendung. Sollte USFO weiterhin mit angezogener Handbremse fahren, werde ich mich auf den Weg zu anderen Sendern und Ländern machen:

Goodbye, und was habt ihr euch eigentlich dabei gedacht?